Was es im peruanischen Hochland gibt bzw. nicht gibt

Die folgende Zusammenstellung habe ich vor etwa 15 Jahren geschrieben, als mir das „Fremde“ in Perú noch besonders auffiel. Da auch hier sich das Leben ändert, habe ich einige aktualisierende Bemerkungen hinzugefügt. Z.B. gibt es inzwischen einige der Dinge, die ich unter „nicht gibt“ aufgeführt habe; aber sie sind weiterhin ziemlich unüblich.

Was es hier nicht gibt:

  • Zentralheizungen
  • Taschentücher (man benutzt stattdessen WC-Papier)
  • Briefkästen (Inzwischen sind an unserem Wohnblock am Haupteingang kleine Brieffächer angebracht worden. Das ist aber immer noch die Ausnahme; und die Fächer sind winzig klein, da sie kaum je benützt werden, ausser für die Strom- und Wasserrechnung. Briefpost wird weiterhin höchst selten benützt; seit dem Aufkommen von e-mail erst recht nicht.)
  • blonde Haare
  • Vollkornbrot (Gibt es inzwischen, wird aber relativ selten gekauft.)
  • schnelle Autos (Gibt es inzwischen auch. Es gibt aber weiterhin nur wenige Privatpersonen, die ein Auto besitzen, ausser sie arbeiten damit als Taxifahrer.)
  • trinkbares Wasser (man muss es desinfizieren oder abkochen. Nachmittags kommt in der Stadt Cusco überhaupt kein Wasser.)
  • Busfahrpläne
  • öffentliche WCs (dazu gibt’s Strassengräben…) (Inzwischen gibt es im Zentrum von Cusco ein einziges öffentliches WC.)
  • Baukräne (höchstens zwei oder drei in der ganzen Stadt)
  • Gerenne und Gehetze, um pünktlich zur Arbeit zu kommen
  • Dreipolige Steckdosen (Geräte, die solche erfordern, werden einfach ohne Erdung angeschlossen… man lebt unbekümmerter hier, aber gefährlicher…)

Was es hier gibt:

  • Colectivos (Taxi für 7 Personen, kostet bloss 25 Rappen)
  • Lastwagen als Transportmittel für Personen
  • Cuy (Meerschweinchenfleisch)
  • Schuluniformen
  • unheimlich raffinierte Diebe (Diese Situation hat sich leider nur verschlimmert. Heute sind die Diebe nicht mehr nur raffiniert, sondern auch brutal; manche sind inzwischen mit Feuerwaffen bewaffnet.)
  • Rocoto (eine Chili-Art, sieht aus wie Peperoni, schmeckt aber schärfer als Pfeffer)
  • 10 Personen in einer 4-Zimmer-Wohnung
  • Geldwechseln auf der Strasse
  • Überhaupt wird alles mögliche auf der Strasse verkauft, von Süssigkeiten über Rattengift und Bücher bis hin zu ganzen Wohnungseinrichtungen.
  • Spitze Glasscherben auf den Gartenmauern, zum Schutz vor Einbrechern
  • Inkaruinen
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