Archive for Oktober 2009

Wir werden Freizeitchemiker

24. Oktober 2009

Wie in früheren Beiträgen berichtet, gehen unsere Kinder nicht zur Schule – sie lernen (fast) alles Notwendige zuhause. Unsere Gründe dafür sind in anderen Artikeln der Kategorie „Aus der Schule geplaudert“ nachzulesen.

Dank den Wünschen unserer Kinder steht dieses Jahr Chemie auf unserem Lehrplan. Somit begannen wir, ein kleines Labor einzurichten und erste Experimente zu starten. Josias (11 Jahre) ist zum (Unter-)Chemiker ernannt worden und David (bald 10 Jahre) zum Laboranten. Das bedeutet, dass nach jedem Experiment Josias den Laborbericht schreibt, während David die Reagenzgläser und anderes Gerät reinigt. Bei den Experimenten machen natürlich beide mit, wobei Papi die heikleren Teile übernimmt und aufpasst, dass nichts schiefgeht.

Wir sind froh, dass die Moore-Academy, unter deren Aufsicht wir arbeiten, uns viel Freiheit lässt in der Lehrplangestaltung. So können wir ohne weiteres die Grundbegriffe der Chemie jetzt schon behandeln und dafür andere Stoffe auf später aufschieben. Wenn die Interessen der Kinder mit einbezogen werden, sind sie viel motivierter zum Lernen. Wir stellten fest, dass sie trotz ihres jungen Alters das Wichtigste recht gut verstanden. Atommodelle, chemische Verbindungen und Massenverhältnisse waren kein grosses Problem für sie. Fortgeschrittenere Dinge, wie z.B. ein Ionengleichgewicht zu berechnen, lassen wir einfach noch beiseite.

Papi musste also seine verstaubten Chemiekenntnisse ausgraben und einige interessante Experimente zusammenstellen. Ausserdem mussten wir Laborgeräte und Chemikalien beschaffen – war nicht immer so einfach.

Unsere Kinder sind bereits über das Stadium der „Kinder- und Haushalt-Experimente“ hinaus, die man in jedem Experimentierbuch für Anfänger findet – wie z.B. Backsoda mit Essig zu übergiessen, solche Dinge kannten sie bereits. (Das einzig Neue daran war, die chemische Formel für den Vorgang aufzuschreiben.) Wir machen also hauptsächlich „mittelschwere“ Experimente, d.h. Experimente, die unter Aufsicht eines Erwachsenen durchgeführt werden sollten, da sie etwas schwierigere Prozeduren und/oder potentiell gefährliche Substanzen erfordern – aber doch nicht so schwierige, dass sie nur Fachleuten zugänglich wären.

Ein Problem war, dass unsere Kinder am liebsten Explosionen machen würden. Ich musste ihnen beibringen, dass das nicht so ungefährlich ist, wie es in den Trickfilmen aussieht! Sie haben jetzt aber auch Gefallen gefunden an den nicht-explosiven Experimenten.

Dank Internet konnte ich manche nützliche Information finden. Noch kenne ich nicht viele Chemieseiten, aber die folgenden fand ich interessant als Quellen für einige Experimente:
http://www.versuchschemie.de
http://www.woelen.com  (auf Englisch)
http://centros5.pntic.mec.es/ies.victoria.kent/Rincon-C/RINCON.HTM  (auf Spanisch)
Leider werden wir viele der dort vorgestellten Experimente nicht ausführen können, weil sie entweder spezielle Chemikalien erfordern oder zu gefährlich sind. Einige konnten wir dennoch machen.
– Ausserdem kann man in Wikipedia (http://www.wikipedia.org) Informationen finden über die Eigenschaften der meisten chemischen Verbindungen.

Unser Labor

Was wäre ein Chemiker ohne Reagenzgläser? oder Rund- und Erlenmeyerkolben? Um den Kauf solcher Geräte kamen wir nicht herum. Hier also die notwendige Minimal-Einrichtung:

Manch anderes Zubehör kann man mit ein wenig Kreativität selber basteln (siehe Foto unten):
(more…)

Meine zweite Bekehrung (Teil 1)

20. Oktober 2009

Während der letzten Jahre habe ich so etwas ähnliches wie eine „zweite Bekehrung“ durchgemacht. Es ging dabei zwar nicht direkt um meine persönliche Beziehung zu Gott; aber im Rückblick sehe ich doch einen so tiefgreifenden Wandel in mir, dass der Vergleich angebracht ist. Es handelt sich, einfach gesagt, um meine Sicht von der christlichen Gemeinde und meine Beziehung zu ihr.

Schon vor vielen Jahren war ich Opfer von „geistlichem Missbrauch“ geworden – d.h. des Missbrauchs von Macht, die religiöse Leiter haben aufgrund ihrer „besonderen Stellung vor Gott“ und des daraus resultierenden Abhängigkeitsverhältnisses anderer Menschen von ihnen. (Es ist hier nicht Platz, dieses ganze Thema aufzurollen. Wer sich dafür interessiert, kann mit einer Internet-Suche nach „Geistlicher Missbrauch“ diesbezügliche Informationen finden.)

Ich dachte damals, bei den beteiligten Organisationen und Leitern handelte es sich um einige wenige „schwarze Schafe“. Einige der betreffenden Leiter hatten sich auch einige Jahre später bei mir für gewisses Fehlverhalten entschuldigt und mich in gewisser Weise vor ihrer Organisation „rehabilitiert“. Mir kamen deshalb damals noch keine grundsätzlichen Bedenken inbezug auf die gegenwärtigen Gemeinde- und Leiterschaftsstrukturen. – Einige Jahre später musste ich jedoch bei Gesprächen feststellen, dass sich die grundsätzliche Haltung der Leiterschaft jener Organisationen, inbezug auf den Gebrauch und Missbrauch von Macht, kaum geändert hat.

Dann machte ich auch einige merkwürdige Beobachtungen bei Kursen und Einsätzen in peruanischen Gemeinden. Wer hinderte die Jugendlichen an der Teilnahme? Wer war überhaupt nicht daran interessiert, dass das Evangelium verkündet würde? Wer gab mit seinem Lebensstil der Gemeinde ein schlechtes Beispiel? Wer waren die gleichgültigsten Kursteilnehmer? – Sehr oft die Gemeindeleiter.
Ich möchte hier gleich anfügen, dass es natürlich auch Ausnahmen gibt. Aber schon die Tatsache, dass gute Leiter „Ausnahmen“ sind und nicht die Regel, spricht Bände. Die fleissigsten, hingegebensten, lerneifrigsten Mitarbeiter waren meistens nicht diejenigen, die offizielle Verantwortung innehatten – und die auch nicht Aussicht hatten, demnächst in Verantwortung berufen zu werden. (Auch wieder mit Ausnahmen.)

Pastoren aus dem deutschen Sprachraum, die dies lesen, werden diese Zeilen (und das, was folgt) möglicherweise als den endgültigen Beweis ansehen, dass ich tatsächlich ein „Rebell“ sei. (Das war ihr Hauptvorwurf an mich gewesen, als ich es gewagt hatte, Gottes Richtlinien zu folgen statt den von Menschen aufgestellten.) Nun, falls dies ihre Vorstellung von einem Rebellen sein sollte, nehme ich den Titel gerne an; denn dann waren die Apostel auch Rebellen, als sie zu den religiösen Leitern sagten: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29).

Schlussfolgerung so weit: Etwas ist grundsätzlich nicht in Ordnung in den Gemeinden – und zwischen Südamerika und Europa besteht in dieser Hinsicht kein grosser Unterschied, nur die kulturellen Schattierungen sind anders. Christliche Gemeinden, und deren Leiter, sind ihren Mitgliedern oftmals keine Hilfe, sondern sogar ein Hindernis davor, Gott näherzukommen.

Dann kam mir eine Statistik aus den USA in die Hände, die meine Beobachtungen bestätigte und weiterführte. Rund 12 Millionen evangelikale Christen in jenem Land besuchen keine Gemeinde – nicht weil sie vom Glauben abgefallen wären, sondern im Gegenteil, weil die Gemeinde ihnen zum Anstoss und Hindernis geworden war in ihrem Glaubensleben. Dasselbe Phänomen wird anscheinend in vielen anderen Ländern (vorwiegend den englischsprachigen) beobachtet.
Weiter: diese Ausgetretenen „um des Glaubens willen“ sind anscheinend nicht irgendwelche Mitglieder. 94% von ihnen hatten in ihrer Gemeinde eine Leiterschaftsstellung inne, und 40% waren vollzeitliche Mitarbeiter in der Gemeinde!
(Veröffentlicht bei: http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/108/16786/  )

Weitere Erinnerungen aus früherer Zeit vervollständigten das Bild. An meiner Bekehrung, meinem geistlichen Wachstum und meiner Ausbildung zum christlichen Dienst waren fast ausschliesslich Menschen und Gruppen von über- bzw. aussergemeindlichen Organisationen beteiligt; denominationelle Ortsgemeinden spielten kaum eine Rolle dabei.
Ich erinnerte mich auch an mein seinerzeitiges Gemeindepraktikum als Theologiestudent. Meine Zeit war weitgehend ausgefüllt mit Büroarbeiten, Sitzungen, Pflichtbesuch von Veranstaltungen, und ab und zu Ausarbeitung von Lehrunterlagen für den Pastor (etwa einmal im Monat auch für eine Lehre, die ich selber zu halten hatte). Zu „geistlichem Dienst“ hatte ich nicht mehr Gelegenheiten als in meinen vorherigen Freizeit-Verantwortungen.

Am Ende meines letzten Semesters als Bibelschullehrer (ich wusste damals noch nicht, dass es das letzte sein sollte), fragte ich die Schüler des ersten Jahrgangs nach ihrem geistlichen Leben. Alle(!) sagten, sie seien während des Semesters in ihrem geistlichen Leben zurückgegangen und hätten an Eifer für den Herrn abgenommen.

Schon an mindestens fünf verschiedenen Orten habe ich dieselbe Geschichte gehört: „Ja, früher, da war unsere Kirche voll, fast das ganze Dorf ist zu uns in den Gottesdienst gekommen. Aber sie sind alle zurückgefallen, heute sind wir, wenn es gut geht, noch etwa zehn Personen.“ (Wobei „früher“ sich jeweils auf eine Zeit vor zehn bis zwanzig Jahren bezieht; manchmal noch weniger.) – Wenn ich Gelegenheit dazu hatte, dann stellte ich jeweils zwei Fragen: „Haben sich diese Gottesdienstbesucher denn auch bekehrt? – Und habt ihr auch eure Kinder das Evangelium gelehrt und evangelisiert?“ – Die Antworten waren ungefähr: „Nun, sie sind zur Gemeinde gekommen, sie haben ein Übergabegebet gesprochen, sie haben sich taufen lassen…“ (Ist irgendetwas davon ein Beweis für eine echte Bekehrung?) – „Manchmal hatten wir Sonntagschule, aber manchmal war auch niemand da, der die Kinder unterrichten wollte…“ (d.h. die Kinder sind nicht so wichtig – oder würde man die Erwachsenengottesdienste auch ausfallen lassen, weil vielleicht gerade „niemand da ist, der den Gottesdienst leiten will“? Und ist „Sonntagschule haben“ schon gleichbedeutend mit „das Evangelium lehren und evangelisieren“?)
Dann sehe ich diejenigen Gemeinden an, die zur Zeit florieren (meistens sind es solche, die erst in jüngerer Zeit, etwa vor fünf bis zehn Jahren, gegründet wurden), und frage mich: Was für ein Fundament haben diese Gemeinden? Werden sie in ein paar Jahren dasselbe sagen müssen wie die anderen? Wieviele ihrer Mitglieder (und Leiter) gehören tatsächlich zu Jesus? Wird hier vielleicht auch einfach eine Art Luftballon aufgeblasen, der eines Tages platzt?

So wurde die Frage immer drängender: Was ist falsch mit der Gemeinde? Und wie wäre es denn „richtig“?

Dann fand ich ein Buch, das es gedruckt gar nicht gibt, aber es ist auf Englisch im Internet veröffentlicht: „The Secrets of the Early Church“ (Die Geheimnisse der Urgemeinde), von Andrew Strom (http://www.revivalschool.com ). Dieses Buch drückt vieles aus, was ich so oder ähnlich auch schon gedacht und geschrieben hatte; aber der Autor stellt es so in einen Zusammenhang, dass sich für mich ein viel klareres Bild ergab. – Gleichzeitig ist es so provokativ, dass Eure Pastoren Euch wahrscheinlich warnen werden, es nicht zu lesen. Sollte dies geschehen, dann habt Ihr eine Bestätigung, dass diese Botschaft wirklich wichtig ist.

Das Buch stellt „neun Lügen“ bloss, die in den heutigen Gemeinden sehr verbreitet sind und oft sogar als „biblische Wahrheit“ gelehrt werden, obwohl sie in Wirklichkeit der Bibel entgegengesetzt sind. Demgegenüber stellt der Autor das Bild der Urgemeinde, wie sie v.a. in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Seine Grundthese ist: Die Berichte der Apostelgeschichte (zusammen mit den Anweisungen in den Briefen) sind nicht nur als Berichte über eine vergangene Epoche aufzufassen, sondern als normative Richtlinien für die Gemeinde heute. Die heutigen Formen der evangelikalen Gemeinden (und erst recht der liberalen Landeskirchen) sind meilenweit von diesen Richtlinien entfernt. Zeiten der Reformation und Erweckung bestehen darin, dass die Gemeinde vorübergehend diesem Urbild wieder ein wenig näherkommt; aber selbst die historisch bezeugten Erweckungen blieben noch weit entfernt davon.

Eine „theoretische Grundlage“ hatte ich also, zumindest der Spur nach. (Auch wenn meine offene Fragen mir noch Stoff geben für viele Wochen des Bibelstudiums.) Viel wichtiger, und schwieriger, war aber die nächste Frage: Wie können wir praktisch dem Standard der Apostelgeschichte wieder näherkommen?

Eine ebenso naheliegende wie abgegriffene Antwort war: „Beten und den Herrn suchen“. Das habe ich in den vergangenen Jahren auch ausgiebig getan; meistens allein, ab und zu auch mit meiner Frau und (seltener) mit anderen Christen. Aber es musste einfach noch etwas mehr geschehen. Ich hatte (und habe) mittlerweile ein so starkes Verlangen nach „wirklicher Gemeinde“, dass ich mich nicht einfach damit zufriedengeben konnte und kann, in den bestehenden Strukturen weiterzugehen und zu warten, bis irgendwann einmal Gott etwas verändert.

Unsere Erfahrungen an der Bibelschule brachten mich zu einer ziemlich radikalen Schlussfolgerung. Ich musste dort eine derartige Häufung von Fällen von krasser Unehrlichkeit und Unmoral mitansehen – öfters ohne jegliche Folgen für die Schuldigen -, dass der Schluss naheliegend war, manche Bibelschüler, und auch Lehrer, seien in Wirklichkeit gar keine Christen. (Es geht ja nicht darum, dass ein Christ „perfekt“ sein soll; aber dass er Sünde klar bekennen und hinter sich lassen kann, statt zu versuchen, sie zu vertuschen.)
Zudem macht es die Struktur einer Bibelschule, mit ihrem Schwergewicht auf verstandesmässigem Wissen und Reglamentsgehorsam, sehr schwierig, solche Fälle wirklich auf persönlicher Ebene aufzuarbeiten. Und von den Gemeinden (ich habe oben die Situation ein wenig beschrieben) kann dies erst recht nicht erwartet werden. Diejenigen Aktivitäten, wo wirkliche geistliche Ergebnisse zu sehen waren, waren jene, die abseits der bestehenden „Gefässe“ von Bibelschule und Gemeinden stattfanden! (Z.B. eine unoffizielle sogenannte „Teenager-Bibelschule“, die wir eine Zeitlang führen konnten, bis die Leiter sie wieder auflösten.) – Eine ähnliche Erfahrung machten Bibelschüler, die in ihren Gemeindepraktika versuchten, z.B. Teenager geistlich weiterzuführen: Anfangs sehen sie oft Anzeichen von Erneuerung und Erweckung, aber dann kommen die Leiter und „bremsen“.

Fazit: Es ist nicht möglich, geistliche Erneuerung innerhalb der bereits bestehenden organisierten Strukturen zu verwirklichen.

Zu dieser – auf den ersten Blick übertrieben klingenden – Einsicht sind in Wirklichkeit fast alle Reformatoren und Erweckungsprediger der Vergangenheit früher oder später gekommen!
Bei einem kurzen Überflug der Kirchen- und Erweckungsgeschichte fiel mir bald eine eigenartige Gesetzmässigkeit auf: Die meisten Reformatoren und Erweckungsprediger begannen ihren Dienst innerhalb einer Kirche oder Bewegung, die aus einer vorhergegangenen Erweckung hervorgegangen war. Aber irgendwann kam ein Punkt, wo sie ihrer Kirche zu radikal wurden und es zu einem Bruch kam.
Martin Luther war ein katholischer Mönch und Priester. Zumindest am Anfang der Reformation dachte er nicht im Entferntesten daran, eine andere Kirche zu gründen; er wollte die katholische Kirche als solche reformieren. Aber je mehr er die Gedanken der Reformation verbreitete, desto „untragbarer“ wurde er für die Kirche, bis er schliesslich exkommuniziert wurde. So begann etwas Neues: die reformierten Kirchen.
John Wesley begann seinen Dienst in der anglikanischen Kirche; also einer Kirche, die aus der Reformation hervorgegangen war. Aber auch er musste bald feststellen, dass die Kirche seinen Erneuerungsversuchen nicht wohlgesinnt war. Wiederum entstand etwas Neues: die methodistische Bewegung (die mit der Zeit dann auch zu einer „Kirche“ wurde).
William Booth war ein methodistischer Prediger. Aber die Methodisten seiner Tage (Wesley war längst tot) konnten seine Vision nicht teilen, das Evangelium auf die Strasse hinaus und zu den Bedürftigen zu tragen. So brauchte auch hier der „neue Wein“ wieder ein „neues Gefäss“, und die Heilsarmee entstand.
Aus der Heilsarmee wiederum ging z.B. Smith Wigglesworth hervor, der aber nicht als Heilsarmist, sondern als Prediger der Pfingstbewegung bekannt wurde. – Und wenn ich jetzt Männer Gottes nennen würde, die sich von den heutigen Pfingstgemeinden trennen mussten, weil es dort zu eng war, dann würden sich meine pfingstlichen Freunde vermutlich ärgern…

Wir sehen also, dass die Träger fast jeder neuen Erweckung abgelehnt und oft sogar vefolgt wurden von den Trägern genau jener vergangenen Erweckung, aus deren Schoss sie selber hervorgegangen waren.

(Fortsetzung folgt)

Schulbuch-Blüten

13. Oktober 2009

Als Nachhilfe-Lehrer für Kinder und Teenager der Nachbarschaft komme ich von dieser Seite her immer wieder in Kontakt mit dem Schulsystem. Da gibt es manch Bedenkliches zu sehen, was einen Blog-Artikel wert wäre. Aber ich möchte dieses Mal einen eher heiteren Aspekt aufgreifen und einige der Stil- und sonstigen „Blüten“ zum Besten geben, die ich in Schulbüchern und ähnlicher Literatur antreffe. (Einige sind aus dem Gedächtnis wiedergegeben, da ich die entsprechenden Bücher nicht zur Hand habe; andere sind wörtlich übersetzt.)


Aus einem Buch über „Naturwissenschaft“ für die Primarschule:

Herstellung von Seife.
Zutaten: Fett, Asche, Blütenblätter.
Man gibt die Zutaten in eine Pfanne, kocht sie auf und giesst die Seife in Formen.“

(Mein Kommentar: Wie sehen wohl die Schüler aus, nachdem sie sich mit dieser Seife voll Asche gewaschen haben? Ein Glück, dass die meisten Lehrer solche Anleitungen nie in der Praxis ausführen. – Holzasche wird tatsächlich in der traditionellen Seifeherstellung verwendet, aber der Vorgang ist um einiges komplizierter…)


Aus einer Rechnungsprüfung für Sechstklässler:

„D ist die Menge aller natürlichen Zahlen, die durch 2 teilbar sind. E ist die Menge aller natürlichen Zahlen, die kleiner als 25 sind. Bestimme die Schnittmenge von A und B.“

(Mein Kommentar: Nur ein kleines Versehen, aber höchst verwirrend für die Schüler.)


Aus einem Rechnungsbuch für die sechste Klasse:

„Berechne die Fläche eines Parkplatzes, der 40 cm breit und 50 cm lang ist.“

(Kein Kommentar…)


Aus der Schülerbeilage einer der meistverbreiteten Zeitungen, unter der Abteilung „Kommunikation“ (ich versuche die Worte und die Satzstruktur so getreu wie möglich wiederzugeben):

„Das literarische Werk existiert, weil es im Schoss der Einsamkeit geboren wurde: es ist die Kreation eines Menschen, der sich durch einen sozialen Kontext definiert. Seine Komplexität und seine Polysemie leiten sich von seiner Natur ab, da, obwohl der Schreiber sein Material gemäss rationalisierter ästhetischer Strukturen ordnet, es ihm nicht möglich ist, sich von seiner eigenen vitalen Erfahrung loszulösen.“

(Mein Kommentar: Das hat ein Kommunikations-Experte für Schüler geschrieben. Also: Kommunikation ist, wenn niemand es versteht.)


Aus einem populärwissenschaftlichen Buch über Physik und Chemie für Sekundarschüler:

Trennung von Substanzgemischen
Beispiel: Eisberge bestehen aus Süsswassereis, obwohl sie sich aus dem salzigen Meerwasser gebildet haben.“

(Mein Kommentar: Tatsache richtig, Erklärung falsch. Eisberge stammen von Inlandgletschern, die logischerweise aus Süsswasser bestehen. In einem Geographiebuch aus derselben Buchreihe wurde das richtig erklärt; aber der Verfasser des Physik- und Chemiebuchs hat anscheinend das Geographiebuch nicht gelesen…)


Aus einem Sekundarschul-Rechnungsbuch:

„Berechne den Winkel, den die Zeiger einer Uhr um 8.20 h bilden. Beachte: Die Uhr ist kreisrund und hat Zeiger.“

(Mein Kommentar: Kennen heutige Schüler keine Zeigeruhren mehr, oder sollen sie für dumm verkauft werden?)


Und die Moral von der Geschicht?
Schulbüchern traue nicht … (zu sehr).

Wir brauchen wieder eine „Bekennende Kirche“ – gibt es sie noch?

2. Oktober 2009

Letztes Jahr wurde ich fast gleichzeitig auf die beiden untenstehenden Artikel aufmerksam. Tatsächlich zielen sie in eine gemeinsame Richtung (ich überlasse es dem geneigten Leser, die Gemeinsamkeit herauszufinden). Der Inhalt ist weiterhin sehr aktuell und wichtig. Ich gebe die Artikel deshalb hier wieder, in deutscher Übersetzung und mit einigen kleinen Anmerkungen meinerseits.

Vorausbemerkung zum ersten Artikel:
Dass ich diesen Artikel hier weitergebe, bedeutet nicht, dass ich grundsätzlich den Autor oder dessen sonstige politische oder theologische Anschauungen empfehle. (Das gilt für alle hier wiedergegebenen Artikel von anderen Autoren; aber ich möchte hier nochmals daran erinnern.)
Man beachte auch, dass der folgende Artikel inmitten des letztjährigen US-amerikanischen Wahlkampfs geschrieben wurde. Die diesbezüglichen Seitenhiebe sind jetzt Vergangenheit und nicht mehr von Belang; es wurde sowieso keiner der hier erwähnten Kandidaten gewählt. Aber ob die sogenannte „Neue Weltordnung“ in „konservativer“ oder in „liberaler“ Färbung eingeführt wird, ist unwesentlich. Das Wesentliche hier ist die historische Lektion, wie leicht Kirchen und Kirchenführer auf „christlich gefärbte“ ideologische Propaganda hereinfallen. Das ist der Hauptgrund, warum ich den Artikel hier wiedergebe. In diesem Sinn ist er weiterhin sehr aktuell, und nicht nur in den USA.


Wir brauchen verzweifelt eine „Bekennende Kirche“

Von Chuck Baldwin, Januar 2008 (leicht gekürzte Übersetzung)

Wenn der Leser es noch nicht getan hat, rate ich nochmals dringend, das Buch „Hitlers Kreuz“ von Erwin Lutzer (Moody Press) zu lesen. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für jeden Christen in Amerika. Lutzer konzentriert sich in seinem Buch auf die Haltungen und Taten der deutschen Pastoren und Kirchen während dem Aufstieg und der Regierung des „Dritten Reichs“. Es ist ein Meisterwerk.

…Es ist schwer zu verstehen, wie die Christen jener Nation – und besonders ihre Pastoren – sich so gründlich hereinlegen liessen vom alten Adolf. Wir nehmen an, so etwas könne nie mehr passieren – erst recht nicht uns. Aber für jeden ehrlichen Beobachter der Geschichte ähnelt die Lage der Kirche in Amerika heute erschreckend derjenigen der Kirche in Nazi-Deutschland.

Vor allem, so wie die Kirche in Nazi-Deutschland, liess sich auch die Kirche in Amerika von der politischen Macht betören.

In der Vergangenheit bedeutete „Patriotismus“ in den Vereinigten Staaten, Gott zu lieben, die Familie zu lieben, und Freiheit und Unabhängigkeit zu lieben. Aber heute haben Christen aller Strömungen freudig den „Kindermädchen-Staat“ angenommen, mit seiner ganzen Besessenheit von einer allmächtigen Bürokratie, die einen ständig überwacht und jeden Bereich unseres Lebens völlig unter Kontrolle hat.

Z.B, gemäss den heutigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten (mit Ausnahme von Ron Paul) verlangt der Patriotismus, dass wir vor unserem Sicherheitsdepartement die Hacken zusammenschlagen, und dass wir eifrig einen aggressiven „Präventionskrieg“ unterstützen. Genau diese Neudefinition von „Patriotismus“ wurde so brillant von Hitler und seinen Propagandisten benützt. Es scheint, dass die Geschichte sich tatsächlich wiederholt.

Als Ron Paul gefragt wurde über den offenen Gebrauch eines Kreuzes in Mike Huckabees Wahlkampagne, antwortete er mit einem Zitat von Sinclair Lewis: „Wenn der Faschismus nach Amerika kommt, wird er in eine Flagge eingehüllt sein und ein Kreuz tragen.“ Viele Christen ärgerten sich über Dr.Paul wegen dieses Kommentars. Aber Ron Paul (selber auch ein hingegebener Christ) hat völlig recht!

(Um zu sehen, wie Hitler dieselbe Taktik einsetzte, lade ich die Leser ein, die Foto in Lutzers Buch auf S.75 zu beachten. Die Foto zeigt Hitler beim Verlassen einer Kirche, mit einem grossen Kreuzsymbol direkt über seinem Kopf. Diese Foto wurde von Hitler ausgiebig benutzt in seinen politischen Kampagnen.)

hitleratchurch

… In seinem Buch betont Lutzer, dass Hitler in Deutschland an die Macht kam dank seiner Fähigkeit, die Nazifahne um das Kreuz Christi zu wickeln. Tatsächlich verlangte Hitler oft, dass ein (christliches) Kreuz direkt in die Mitte der Nazifahne gesetzt würde. Solche Fahnen wurden an prominenter Stelle in Umzügen gezeigt, und auch in Kirchen.

Als Ergebnis von Hitlers brillanter Täuschung waren Christen in ganz Deutschland überzeugt, Hitler sei „Gottes Mann“. Sie sahen ihn als mehr als einen politischen Führer: er war auch ein geistlicher Führer. Sie sahen ihn sowohl als ihren Staatspräsidenten, als auch als ihren christlichen Bruder. (Anm.d.Ü: Ich hörte von deutschen Theologiedozenten, die diese Zeit miterlebten, dass dies tatsächlich zutrifft, und zwar nicht nur auf die landeskirchlichen Christen, sondern insbesondere auch auf die Evangelikalen.)
Wenn Hitler sagte, die Deutschen sollten ihm ihre Feuerwaffen aushändigen, dann sahen sie es als ihre christliche Pflicht, zu gehorchen. Wenn Hitler sagte, ein totaler Überwachungsstaat müsse eingeführt werden, dann gaben sie freiwillig ihre Privatsphäre auf. Wenn Hitler sagte, Deutschland müsse um seiner Sicherheit willen in andere Länder einfallen, dann waren die Christen unter den ersten Freiwilligen. Und wenn Hitler sagte, sie könnten nur dann gute Christen sein, wenn sie die nationalsozialistische Partei unterstützten, dann unterstützten sie enthusiastisch die Partei.

Kurz, Deutschlands Christen und Pastoren übergaben Adolf Hitler ihre Herzen und ihren Sinn, weil sie glaubten, er sei einer der ihren. Was sie niemals einem Atheisten übergeben hätten, das übergaben sie freudig jemandem, der vorgab, ein Christ zu sein. Tatsächlich kam der Faschismus nach Deutschland „in eine Flagge eingehüllt und ein Kreuz tragend“.

Natürlich gab es einige Deutsche, die Hitlers Täuschung durchschauten. Dietrich Bonhoeffer war ein christlicher Pastor, der sich aktiv Hitler entgegenstellte, indem er die „Bekennende Kirche“ gründete. Dies waren Christen, die Jesu Autorität nicht Hitler unterstellen würden. Sie durchschauten „Hitlers Kreuz“. Aber leider stellten sich von den über 14’000 deutschen Pfarrern nur 800 auf die Seite Bonhoeffers.

Für die grosse Mehrheit der deutschen Pastoren war Bonhoeffer ein „Extremist“, oder ein „Betrüger“, oder ein „Verrückter“. Sie schoben Bonhoeffer ab an den äussersten Rand der Christenheit. Sie glaubten an Hitler und verschmähten Bonhoeffer. Sie wählten Hitlers „Deutsche Christen“ statt der Bekennenden Kirche. In der Rückschau jedoch, wem würden sie heute folgen, wenn sie die Möglichkeit hätten?

Ebenso sind viele Christen und Pastoren heute den Propagandisten des Internationalismus erlegen. Themen wie freier Handel, Klimakontrolle, Gesundheitswesen und Bildung – und sogar der Krieg -, das sind die Werkzeuge, welche die Globalisten gebrauchen, um ihre „Eine-Welt-Ordnung“ zu errichten.

Z.B. beruht Mike Huckabees Erfolg in Iowa grösstenteils darauf, dass die Pastoren und Christen dieses Staates auf seine „christliche“ Kampagne hereinfielen. Sehr ähnlich wie George W.Bush in seiner Kampagne 2000, baute Huckabee seine politische Kampagne auf dem Kreuzsymbol auf. Aber gleichzeitig fördert Huckabee (wie auch George W.Bush) den Globalismus. Und leider scheinen viele Christen und Pastoren nichts davon zu merken, oder es kümmert sie nicht.

Quelle: http://pjmiller.wordpress.com/2008/01/04/we-desperately-need-the-confessing-church/


Und hier der zweite Artikel, der das Bild abrundet:

Bereit zur Abschlachtung: Die Entwaffnung der Kirche

Von John Green, 1998

„Bevor eine Besatzungsarmee die Macht ergreifen kann, muss das Volk entwaffnet werden; wie es in fast jedem Reich Europas getan wurde.“ (Noah Webster von Pennsylvanien, 1787)

„Als Grossbritannien entschied, Amerika zu versklaven, wurde das britische Parlament von einem listigen Mann beraten, der Gouverneur von Pennsylvanien war. Dieser riet ihnen, das Volk zu entwaffnen, um sie versklaven zu können; aber dass sie es nicht offen tun sollten, sondern sie allmählich zu schwächen, bis sie untergingen.“ (George Mason von Virginia, 1788)

Wie die Geschichte zeigt, ist es eine übliche Taktik von Invasoren, die Kontrolle über ein Land zu gewinnen, indem sie sich die Mittel aneignen, mit denen sich Privatpersonen verteidigen könnten. Wenn die Zivilbevölkerung einmal entwaffnet ist, ist es relativ einfach, eine totale tyrannische Kontrolle auszuüben. Es scheint mir, dass dasselbe im geistlichen Bereich geschieht.

Das Neue Testament ist voll von Warnungen vor falschen Lehrern und Lehren, vor falschen Zeichen und Wundern, und von verdorbenen Menschen, die danach trachten, die Jünger hinter sich selbst her zu ziehen. Gott hat sein Volk nicht wehrlos gelassen. Er hat seinen Geist der Wahrheit in uns wohnen lassen, und gab uns das Beispiel Christi, seine Lehren, die Lehren der Apostel, und all die anderen Schriften der Bibel. Es gibt eine Gabe der Geisterunterscheidung, die einigen gegeben ist. Aber noch wichtiger ist die Fähigkeit, alle Dinge zu prüfen und zu unterscheiden, was die Verantwortung jedes Gläubigen ist. Wenn der Gläubige gegen die Täuschungen des Feindes gewappnet sein soll, und von seiner unterdrückerischen Herrschaft frei sein soll, dann muss er ständig Unterscheidung üben und wachsam sein. Wenn dir diese Verteidigungswaffe weggenommen wird, dann bist du eine leichte Beute für jeden, der dich gefangennehmen möchte.

Deshalb beunruhigt mich die gegenwärtige Tendenz im Leib Christi sehr. Es ist eine Tendenz, diejenigen, die ihre von Gott gegebene Verteidigungswaffe der Unterscheidung benutzen wollen, zu verhöhnen und zu verachten. Diejenigen, die der Schrift gehorchen und „alle Dinge prüfen“, werden verspottet und lächerlich gemacht und als „Pharisäer“ etikettiert. Es scheint, dass die Kirche der pluralistischen Mentalität des „Nicht-Richtens“ dieser Welt zum Opfer gefallen ist. Die einzige unvergebbare Sünde besteht darin, jemandes Glaube in Frage zu stellen, oder zu sagen, dieser Glaube könnte irrig sein. Diese neuen Leiter verlangen, dass du auf ihren Zug aufsteigst, und wenn du nicht einverstanden sein kannst, dann hast du um jeden Preis zu schweigen. Sie sagen uns, wir sollen jetzt mitmachen, und später prüfen.
Adam und Eva hatten keine Kenntnis von Gut und Böse aus eigener Erfahrung. Die Schlange lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Attraktivität und das Wünschenswerte der verbotenen Frucht, und verführte sie dazu, mitzumachen und es selber zu erfahren. Als sie später prüften, wussten sie, dass es falsch gewesen war, die Worte Gottes in dieser Angelegenheit zu ignorieren. Aber der Schaden war bereits geschehen.

Diejenigen, die uns die Verteidigungswaffe der Unterscheidung wegnehmen wollen, binden die Hände der Kirche. Sie bereiten Gottes Volk dazu vor, abgeschlachtet zu werden. Warum tun sie dies? Warum sollten sie Millionen den unzähligen Täuschungen des Feindes aussetzen, ohne jeden Schutz? Warum nehmen sie weg, was der Vater uns gegeben hat?
Die Kirche wird zu einem Schlachthaus, voll vom Blut von Heiligen, die von falschen Lehrern verführt wurden. Die Getreuen gehen vorwärts zum Schlachtplatz, ihre vertrauensvollen Augen auf ihre Leiter gerichtet. Falschheit und Täuschung multiplizieren sich. Scharlatane dominieren die Bestsellerliste. Pseudo-Erkenntnis wird über die ganze Welt verbreitet. Irre dich nicht. Dies ist eine Schlacht, und vieles steht auf dem Spiel.

Einige dieser Leiter sagen: „Du musst die Erfahrung selbst machen, bevor du es beurteilen willst.“ Das ist purer Unsinn. Das ist die Methode, die die Mormonen gebrauchen, um Leute an den Haken zu bekommen: Bete über dem Buch Mormon und sieh, ob du ein „Brennen in der Brust“ spürst. – Du musst Selbstmord nicht erst ausprobieren, um zu wissen, dass es nicht gut ist für dich. Es gibt kein Gebot, eine zweifelhafte geistliche Erfahrung dadurch zu prüfen, dass man sich ihr selbst aussetzt.

… Gib acht auf dich selbst. Sieh, wie oft das Neue Testament von falschen Lehrern und Lehren spricht. Suche mit Hilfe deiner Konkordanz die Gebote, zu unterscheiden und zu prüfen; sich nicht täuschen zu lassen. Schüttle die Ketten derjenigen ab, die dich binden wollen. Übe als Gläubiger dein „Recht, Waffen zu tragen“ aus.

Quelle:
http://pjmiller.wordpress.com/2008/06/08/prepared-for-the-slaughter-the-disarming-of-the-church/

– Zwei Anmerkungen meinerseits:

1. Ich hoffe, es ist klar, dass der Autor nicht davon spricht, physisch mit physischen Waffen gegen falsche Lehrer und andere „Gegner“ zu kämpfen. (Nur zur Klarstellung, für den Fall…)

2. Gegenwärtig sind autoritäre Falschlehren in manchen Kreisen sehr verbreitet. (Der Vers „Taste den Gesalbten des Herrn nicht an“ wird z.B. fälschlich als Verbot ausgelegt, einen Pastor oder Leiter zu kritisieren, usw…) Von daher verstehe ich, wenn einige Leser an der Hauptaussage des Artikels vorbeigehen: DU SELBER (und jeder individuelle Gläubige) bist gefragt, Unterscheidung auszuüben und alle Lehren und Praktiken zu prüfen, GERADE UND INSBESONDERE AUCH DIE DEINER LEITER. Die Aufforderung ist NICHT, spezielle „Unterscheidungs-Dienste“ zu haben (Pastoren und andere Leiter, theologische Schulen, Propheten, etc.) und dann die Aufgabe der Unterscheidung an diese zu delegieren. Das würde gerade wieder zu einer weiteren Passivität und „Entwaffnung“ der Gläubigen beitragen, die sich dann auf ihre Pastoren, oder auf die „Experten der Unterscheidung“ verlassen. – Man kann natürlich aus den Beiträgen solcher Dienste einen gewissen Nutzen ziehen, aber man muss AUCH DIESE prüfen (und auch die vorliegende Lehre natürlich).

Johannes schreibt – an ALLE wiedergeborenen Christen:
„Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt bei euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehre; sondern wie euch die Salbung alles lehrt, so ist es wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.“ (1.Joh.2:27)