Bist Du „pastorisiert“ worden?

Dieser Gedankenanstoss richtet sich hauptsächlich an Mitglieder von Freikirchen, wie im folgenden klar werden wird…

Wahrscheinlich kennst Du die Methode des Pasteurisierens. Lebensmittel werden durch Hitze sterilisiert. Die Hitze tötet alle Lebewesen, die sich in dem Lebensmittel befinden könnten. Diese Methode wurde entdeckt von Louis Pasteur (zu deutsch: „Pastor“).

Auf ganz ähnliche Weise haben die Kirchen Methoden erfunden, ihre Mitglieder zu „pastorisieren“. Mit Hilfe der „pastoralen Wärme“ werden die Mitglieder an die Norm der Kirche angepasst; und die „Mikroorganismen“ unerwünschter Lehren und Verhaltensweisen werden eliminiert.

Die „pastorale Wärme“ kann auf verschiedene Arten ausgeübt werden. Manchmal geschieht es mit viel Liebe, Zuwendung und menschlicher Wärme, sodass die Mitglieder um jeden Preis diesem Pastor gefallen möchten, der sie so liebevoll behandelt. Manchmal geschieht es ganz anders: mit der Androhung von Flüchen und Gottesstrafen, oder des Ausschlusses aus der Gemeinde. Und sehr oft ist eine Kombination der beiden Formen zu beobachten.

Das Ergebnis ist, dass sich die Mitglieder den Wünschen des Pastors anpassen. Alle „Keime“ von falschen Lehren und von sündigem Verhalten werden in ihnen abgetötet. Wenn es nur das wäre, könnte man es ja vielleicht als wünschenswert ansehen. Aber erinnern wir uns, dass das Pasteurisieren ALLE Organismen abtötet. Im Falle des „Pastorisierens“ werden z.B. nicht nur die falschen Lehren eliminiert. Es werden alle Lehren und Anschauungen eliminiert, die dem Pastor nicht gefallen, seien sie falsch oder richtig. Noch schlimmer: Die Fähigkeit wird eliminiert, Lehren und Anschauungen für sich selber zu prüfen. Ein so „pastorisiertes“ Kirchenmitglied nimmt blindlings alles an, was sein Pastor sagt, sei es der Bibel gemäss oder nicht.

Auf dieselbe Weise wird nicht nur sündiges Verhalten eliminiert. Es wird alles Verhalten eliminiert, das dem Pastor nicht gefällt, sei es sündig oder nicht. So gibt es Gemeinden, die in ihren Mitgliedern jedes Verlangen abgetötet haben, Gemeinden anderer Denominationen kennenzulernen oder Gemeinschaft mit Christen ausserhalb ihrer eigenen Gemeinde zu haben. – Es gibt Gemeinden, die in ihren Mitgliedern jegliche paarweise Liebesbeziehung und gemeinsames Ausgehen abgetötet haben; sodass sie eines Tages eine Person heiraten werden, die sie kaum Gelegenheit hatten richtig kennenzulernen; ein sicheres Rezept für Ehekatastrophen. – Es gibt Gemeinden, die in ihren Mitgliedern jegliche Ehrlichkeit und Offenheit abgetötet haben, weil es zur „Gemeindekultur“ gehört, Sünde zu verbergen, statt offen damit umzugehen. – Und das Schlimmste: die Fähigkeit wird abgetötet, für sich selber zu prüfen, was Sünde ist und was nicht. Für ein so „pastorisiertes“ Mitglied ist „Sünde“ das, was sein Pastor verbietet, sei es der Bibel gemäss oder nicht.

Sicherlich wird ein so „pastorisiertes“ Mitglied „sicherer“ sein, d.h. treuer „seiner“ Gemeinde und „seinem“ Pastor gegenüber. Genauso wie ein pasteurisiertes Lebensmittel länger in seinem Zustand haltbar ist. Aber es verliert auch gewisse nützliche Eigenschaften. Eine pasteurisierte Pflanze z.B. wird absterben und nicht mehr wachsen können. Pasteurisierte Samen werden nicht mehr keimen können.
Auf ganz ähnliche Weise verliert ein „pastorisiertes“ Gemeindeglied sein geistliches Leben und seine geistliche Fortpflanzungsfähigkeit. Sein christliches Leben reduziert sich darauf, Predigten zu hören und die Gemeindeaktivitäten zu unterstützen. Er/Sie kann sich nicht selber aus dem Wort Gottes ernähren; kann keine eigene persönliche Beziehung zu Gott im Gebet pflegen; kann seine Nachbarn und Freunde nicht selber evangelisieren. Das einzige „Zeugnis“, das ein solches Mitglied geben kann, ist: „Komm in meine Gemeinde und höre, was der Pastor sagt.“ Er/Sie kann vielleicht „Gemeindebesucher“ hervorbringen, hat aber kein echtes geistliches Leben weiterzugeben. Die einzigen Personen in einer solchen Gemeinde, die wirklich etwas „produzieren“, sind der Pastor und einige „zum Dienst autorisierte“ Mitarbeiter. Und die „pastorisierten“ Erzeugnisse, die sie produzieren, haben kein echtes Leben.

Frage Dich selber: Bist Du pastorisiert worden?

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