Immer noch vermisst: Das neutestamentliche Christentum

Bem: Dies ist ein kleiner Nachtrag zum Artikel „Auf der Suche nach dem neutestamentlichen Christentum“, den ich ursprünglich vor einigen Jahren auf Anfrage der Organisation schrieb, die mich (zumindest als Lippenbekenntnis) unterstützte. Gleichzeitig ist er aber Anlass, die neue Kategorie „Zensurierte Artikel“ zu eröffnen; denn die betreffende Organisation weigerte sich, den untenstehenden Artikel zu veröffentlichen.

Zehn Jahre lang habe ich im peruanischen Hochland mit Gemeinden verschiedenster Denominationen zusammengearbeitet; hauptsächlich in der Mitarbeiterschulung zum Dienst an Kindern und Jugendlichen, und in der theologischen Lehre. Ich spürte aber eine zunehmende Ablehnung der Gemeindeleiter gegen biblische Kernaussagen; und als wir als Familie von tragischen und skandalösen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen wurden, erlebten wir keine Unterstützung, sondern noch mehr Ablehnung. So musste ich mir die Grundsatzfrage stellen: Sind die Gemeinden überhaupt christlich?

Ich kehrte zum Neuen Testament zurück und fand da grosse Unterschiede zu den heutigen Gemeinden.
Die Urchristen bekehrten sich nicht mit einem Übergabegebet an einer Evangelisation. Sie wurden vom Heiligen Geist in der Tiefe überführt (Joh.16,8), sodass sie von sich aus fragten: „Was muss ich tun, um gerettet zu werden?“ (Apg.2,37).
Sie ahmten nicht äussere Formen nach, sondern wurden von Jesus in der Tiefe verändert.
Sie wurden nicht Untergebene eines Pastors oder Missionars, sondern folgten selber Jesus nach (Joh.10) und „forschten in der Schrift“ (Apg.17,11).
Sie kamen nicht zu einem Sonntagsgottesdienst zusammen, sondern zu einer natürlichen, persönlichen Gemeinschaft, wo „jeder etwas hatte“, um die anderen aufzubauen (Apg.2,44-47, 1.Kor.14,26).
Sie waren auch nicht in Denominationen aufgeteilt, die ihre Schäfchen eifersüchtig für sich hüteten – ausser in Korinth, wo Paulus dies tadelte (1.Kor.1,11-15; 3,4-11).
Leiterschaft war keine Karriere und keine Machtposition, sondern wurde als natürliche Anerkennung jenen zuteil, die Jesus am meisten liebten und bereit waren, für ihn zu leiden (Luk.22,24-27, 1.Kor.4,9-14).

Solche Unterschiede sind nicht belanglos. „Kirche wie alle sie kennen, verhindert Kirche wie Gott sie will.“ (Wolfgang Simson)

Ich höre oft das Argument, man müsse die historisch gewachsene Situation anerkennen und es gäbe doch keine perfekte Gemeinde. Dann hätten aber auch die Reformatoren die katholische Kirche anerkennen sollen, wie sie war, und wir müssten alle nach Rom zurückkehren.

Ich glaube stattdessen, wir sollten zur biblischen Originalgemeinde zurückkehren. Deshalb suche ich jetzt nach Mitchristen, die dasselbe Anliegen im Herzen tragen. Bei einigen Gelegenheiten konnte ich mit Gruppen von jugendlichen Mitarbeitern diese Art Gemeinschaft praktizieren. Aber nur wenige sind dazu bereit, und diese wenigen werden oft von ihren eigenen Gemeinden zurückgebunden. Ein übernatürliches Eingreifen Gottes ist hier nötig. Ich bitte Euch, für dieses Anliegen zu beten.

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,


%d Bloggern gefällt das: