Massaker an Unschuldigen: Das Christentum im Irak ist vom Aussterben bedroht

Der folgende Artikel wurde mir vom argentinischen Zweig der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ zugesandt (Übersetzung aus dem Spanischen):

Massaker an Unschuldigen: Das Christentum im Irak ist vom Aussterben bedroht

Weihnachten sollte für das Volk Christi eine Zeit grosser Freude sein (Lukas 2,10-11). Aber für unsere christlichen Brüder und Schwestern im Irak gibt es dieses Jahr kein Weihnachtsfest.

Der „Barnabas Fund“ hat den folgenden herzzerreissenden Bericht von einem Gemeindeleiter erhalten, der Hilfe organisiert für die christlichen irakischen Flüchtlinge in Syrien. Der Bericht offenbart die verzweifelte Lage der Christen im Irak, die sich noch verschlimmert hat seit dem Grossangriff auf eine Kirche in Bagdad im Oktober 2010, und seit der Erklärung islamischer Extremisten, alle Christen und christlichen Institutionen seien „legitime Angriffsziele“.

Diese Nachricht sollte von den Regierungen und Christen im Westen dringend gehört werden:

Die Bedingungen in Mosul und in anderen Städten sind untragbar geworden. Die Leute leben hinter verschlossenen Türen, und sie sehen sich dazu gedrängt, lange Zeit von der Arbeit abwesend zu bleiben, wegen der Gefahren, denen sie dort ausgesetzt sind.

An den Universitäten gibt es kaum noch christliche Studenten; ebenso an den Schulen. In einigen anderen Städten getrauen sich die Christen nicht einmal mehr auf die Strasse.

Es ist, als ob sie sich im Gefängnis befänden: ohne Arbeit, ohne Studium, ohne Gemeindeversammlungen. Die Angst herrscht überall, in allen Situationen.

Täglich gibt es Drohungen und Beschimpfungen. An die Hauswände dieser unschuldigen Menschen werden beleidigende Graffitis gezeichnet.

Es gibt keine Möglichkeit, dem Problem auszuweichen oder es zu lösen. Die Menschen wurden all dessen beraubt, was ihrem Leben Sicherheit geben könnte. Sie können sich nur noch auf die Barmherzigkeit Gottes verlassen, oder nach Norden auswandern. Aber auszureisen bedeutet einen enormen finanziellen Aufwand. (…)

Wenn ein Christ sein Haus vermieten und ausziehen möchte, dann zwingen die Terroristen die Mieter dazu, ihnen die Miete zu bezahlen, denn sie sagen, dieses Haus gehöre rechtmässig ihnen. Und wenn der Besitzer es wagt, das Haus zu verkaufen, dann bedrohen sie den Käufer, und schliesslich geht alles Geld an die Terroristen.

Dies sind die Geschichten einiger Personen als Beispiel:

Bei einer christlichen Familie, die im Norden lebt, klopfte es eines Nachts an die Tür. Als der Hausvater öffnete, fand er einen toten Vogel an der Tür angebunden. Die Botschaft war klar: „Ihr werdet getötet werden wie dieser Vogel.“

Saak und Raad, zwei junge Christen, die im Industriegebiet von Mosul als Schmiede arbeiten, mussten den Terroristen monatlich 300’000 irakische Dinare als „Schutzgeld“ für ihr Leben bezahlen. Aber auch das verhinderte nicht, dass sie schliesslich in der Werkstatt, wo sie arbeiteten, ermordet wurden, wodurch elf Personen ihres Lebensunterhalts beraubt wurden.

Ein 26jähriger Christ, der in einem Supermarkt arbeitete, erhielt Besuch von Terroristen, die um einige Waren baten. Sie erschossen ihn ohne jede Vorwarnung. Das geschah am hellen Tage in Mosul, anfangs dieses Monats (Dezember 2010).

Viele tragen sich mit dem Gedanken, aus diesen tragischen Umständen zu fliehen, aber sie haben nicht die Möglichkeit, es zu tun.

Diesen Monat kamen drei christliche Flüchtlingsfamilien aus Mosul an und sind jetzt hier in Syrien.

Es gibt zu viele Horrorgeschichten, mit denen wir Seiten um Seiten füllen könnten. Sie sprechen von Terrorismus, Angst, unerträglichen Lebensbedingungen, und Bedrohungen sogar gegen Kinder.
Beten Sie mit uns für sie.

Soweit der traurige Bericht der Hilfsorganisation für verfolgte Christen aus dem Irak, die nach al-Hassake in Syrien geflüchtet sind.

Dr.Patrick Sookhdeo, internationaler Direktor des „Barnabas Fund“, hat zu einer unmittelbaren internationalen Intervention aufgerufen, um den irakischen Christen zu helfen und für sie zu beten:

An dieser Weihnacht stehen die Christen im Irak einer allgemeinen Tragödie gegenüber. Die vergangenen sieben Jahre des Krieges haben die Gemeinde verwüstet. Jetzt sind sie einer neuen Angriffswelle ausgesetzt, die viele von ihnen in äusserste Armut gestürzt hat und entsetzliche Angst verursacht.

Ein alter christlicher Leiter im Irak fragt sich, ob die Zeit gekommen sei, wo die gesamte christliche Gemeinschaft den Irak verlassen sollte. Andere schlugen vor, die einzige Zukunftsmöglichkeit liege in einem unabhängigen Territorium.

Klar ist, dass die internationale Gemeinschaft angesichts dieser verfolgten Minderheit nicht ihre Hände in Unschuld waschen kann. Es muss dringend etwas getan werden.

Bitte leiten Sie diese Nachricht weiter, so weit Sie können, und insbesondere an die Politiker in Australien, Grossbritannien, den Vereinigten Staaten, Kanada, und anderen westlichen Staaten, und auch an die Presseagenturen.

Und wenn Sie als Christ dies lesen, erinnern Sie sich bitte in ihren Gebeten, insbesondere in dieser Weihnachtszeit, an diese alte christliche Kirche, die am Rande des Aussterbens steht!

Beten wir bitte:

– Dass der Herr sein Volk im Irak vor Angriffen beschütze.

– Dass die internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung für die verfolgten Christen im Irak erkenne, und dringend Massnahmen ergreife, um ihnen zu helfen.

– Dass die Gemeindeleiter im Irak wissen, wie sie diesen Christen raten sollen, die vor der Entscheidung stehen, ob sie auswandern sollen.

Quelle: Barnabas Fund, 13.12.2010, Redaktion durch „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ Argentinien.
Kommentar (von seiten der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ Argentinien):

Wie lobenswert auch diese Wünsche sind, dass westliche Politiker und Regierungen den verfolgten Christen helfen mögen (nicht nur im Irak) – sicher sollen wir beten, dass sie es tun -, so sollten wir doch unsere Hoffnungen nicht auf sie setzen, sondern auf unseren allmächtigen Gott. Westliche (christliche??) Mächte sind in Irak und Afghanistan eingefallen, um Frieden und Demokratie zu bringen – das Ergebnis war Krieg und Tod für das Christentum; und Tod, Unsicherheit und Elend auch für die Einheimischen. Die Massenmedien unterhalten uns rund um die Uhr, und die Christen schlafen, ohne zu merken, in was für apokalyptischen Zeiten wir leben. Im Namen Jesu Christi: wachen wir auf!

Diese Zustände bei den irakischen Christen lassen mich daran denken, dass dasselbe in nicht allzulanger Zeit auch in den „christlichen“ Ländern wie Grossbritannien, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Schweden, Argentinien, … geschehen wird, wenn der Islam weiter so fortschreitet wie gegenwärtig. Es lässt mich daran denken, dass die Lage des westlichen Christentums (auch der evangelikalen, protestantischen und pfingstlichen Kirchen) mit dem traditionellen und orthodoxen Judentum zur Zeit der Kreuzigung Jesu vergleichbar ist: Damals verneinten die religiösen Leiter das Zeugnis der Heiligen Schriften – damals das Alte Testament. Heute sprechen die christlichen Leiter von Toleranz und sind blind für die Gefahr, die uns umgibt. „Komme bald, Herr Jesus, und rette deine Getreuen“ – das sollte unser Gebet sein – „Amen“. Aber bleiben wir nicht mit verschränkten Armen stehen; tun wir auch, was der Herr uns zu tun heisst:

„Ich bitte euch also, ihr Brüder, bei der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Körper als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringt: das ist euer vernünftiger Gottesdienst. Und lasst euch nicht dieser Welt gleich formen; sondern wandelt euch um durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr erfahrt, was der gute Wille Gottes ist, angenehm und vollkommen.“ (Römer 12,1-2)

Möge Gott euch segnen, und möge er uns die nötige Weisheit geben, um seine treuen Nachfolger zu sein in dieser apokalyptischen Zeit.

J. E.

(Und noch mein eigener Kommentar: Für diese verfolgten Christen gäbe es natürlich eine ganz einfache „Lösung“: Sie könnten sich zum Islam (zurück-)bekehren, dann wären sie die ganze Verfolgung los. Gewissensfrage: Wie viele von uns würden unter ähnlichen Umständen genau das tun? Wie viele von uns wären bereit, Jesus wirklich bis zum Tod nachzufolgen? – Möge Gott uns die Gnade geben, ihn wirklich mehr zu lieben als alles, was wir auf dieser Erde haben!)

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