Über die Einheit der Christen – Teil 1: Warum ich nicht mit der ökumenischen Bewegung mitmache

Lange Zeit habe ich interdenominationell mit christlichen Gemeinden aus verschiedensten Hintergründen zusammengearbeitet, ohne mich aber einem bestimmten Gemeindeverband zu verpflichten. Man könnte das eine „ökumenische“ Gesinnung nennen. Manche Bekannte konnten es deshalb nicht richtig einordnen, dass ich andererseits aber die ökumenische Bewegung kritisch beurteile. Ist das nicht ein Widerspruch? Bin ich jetzt für oder gegen die Einheit der Christen? – Mit dieser Artikelserie möchte ich auf diesen Themenkreis eingehen.

(NB: Die meisten Zitate sind aus dem Spanischen (rück-) übersetzt und stimmen deshalb nicht unbedingt mit dem ursprünglichen bzw. offiziellen deutschen Wortlaut überein.)

Wem gilt die Einheit?

Die ökumenische Bewegung nimmt Johannes 17,21 zum Leitspruch: “…damit sie alle eins seien, wie du, Vater in mir und ich in dir…” Jesus betet hier für seine Jünger, und “für diejenigen, die durch ihr Wort an mich glauben”. – Die Verfassung des Weltkirchenrates (World Council of Churches, WCC – auch bekannt als „Ökumenischer Rat der Kirchen“, ÖRK) sagt: “Der Weltrat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von Kirchen, die den Herrn Jesus Christus als Gott und Retter bekennen, nach dem Zeugnis der Schriften, und versuchen gemeinsam auf ihre gemeinsame Berufung zu antworten…” Das klingt zunächst ganz gut; dennoch stellen wir schon hier einen wichtigen Unterschied zu Johannes 17 fest: Jesus betet für die Einheit der Gläubigen, also Einzelpersonen; der WCC dagegen ist “eine Gemeinschaft von Kirchen”, also Organisationen.

Wenn eine Organisation “Jesus Christus als Gott und Retter bekennt”, garantiert das schon, dass deren Mitglieder auch persönlich Gläubige sind? Man muss nur die Situation jener Kirchen betrachten, die schon einige Jahrhunderte Geschichte hinter sich haben (und sich entsprechend weit von den Idealen ihrer Gründer entfernt haben), um zu sehen, dass dies offensichtlich nicht der Fall ist.
– Abgesehen davon gibt es auch Mitgliedskirchen des WCC, die überhaupt kein Glaubensbekenntnis mehr haben, wie z.B. die Schweizer reformierten Landeskirchen. (Wir werden in der Folge noch weitere Beispiele sehen, wo die Praktik des WCC seinem offiziellen Bekenntnis widerspricht.)

Wer ist ein Christ?

Gemäss dem Weltkirchenrat beruht die Ökumene darauf, dass “diejenigen, die im Namen des dreieinigen Gottes getauft wurden, zur Einheit mit Christus gelangten…” (in: “Ein Schatz in irdenen Gefässen: Ein Instrument zu einer ökumenischen Besinnung über Hermeneutik”, Kommission “Glaube und Verfassung” des WCC). – Ein weiterer Unterschied zu Johannes 17: Jesus betet für die Gläubigen; der WCC vereint Getaufte. Offensichtlich ist nicht jeder Getaufte ein Gläubiger; insbesondere in jenen Kirchen, welche die Säuglingstaufe pflegen.

An Pfingsten sagte Petrus zu denjenigen, denen seine Worte “mitten durchs Herz” gingen, und die fragten: “Was sollen wir tun (um gerettet zu werden)?” – und nur zu diesen -: “Bekehrt euch (kehrt um, ändert euch) und lasst euch taufen…” (Apostelgeschichte 2,38). Hier, und an manchen ähnlichen Stellen im Neuen Testament, sehen wir, dass die Bekehrung der Taufe vorausgeht. – Im Missionsbefehl nach Lukas wird die Taufe überhaupt nicht erwähnt; aber die Bekehrung und die Vergebung der Sünden (Lukas 24,47). – Nach alldem ist klar, dass biblisch nicht die Taufe (als Ritual), sondern die Bekehrung (des Herzens) Grundlage ist für die Einheit mit Christus.

Siehe dazu auch: „Wer oder was ist ein Christ?“

Glaubt der Weltkirchenrat wirklich an Jesus “nach dem Zeugnis der Schriften”?

Im Vorbereitungsmaterial zur Weltkonferenz über Mission und Evangelisation des WCC 1973 finden sich folgende Worte:
“Das Reden von Erlösung ist mit einer veralteten Religionspsychologie verbunden. (…) Ich als Mensch des Jahres 1972 habe kein Interesse an der Erlösung meiner Seele; … die ewige Glückseligkeit enthält beinahe nichts. Das Erlösungswerk Christi für uns ist ebenso unvorstellbar, denn er war so weit von uns entfernt in der Geschichte, und ist so anders als die meisten von uns. Die Kirche muss die Wahrscheinlichkeit in Betracht ziehen, dass die Erlösung der Seele für unsere Zeitgenossen keine dringende Angelegenheit ist. … Die Idee vom “Lamm Gottes” hat keinen Platz in der modernen verstädterten Welt; ebensowenig der Ausspruch, dass Christus uns erlöste durch seinen Tod am Kreuz. Was ich sagen möchte, ist dies: Die Erlösung in ihrem traditionellen Sinn ist wirklich unverständlich für viele Menschen heute.”
(George Johnston, “Soll die Kirche heute noch über Erlösung sprechen?”)

Diese Art von “Theologie”, die dem eingangs zitierten Bekenntnis des WCC direkt widerspricht, wird von diesem nicht nur toleriert, sondern aktiv gefördert. Im bereits zitierten Dokument “Ein Schatz in irdenen Gefässen…” heisst es: “Die Natur der biblischen Texte bedeutet, dass zu ihrer Interpretation der ständige Gebrauch der historisch-kritischen Methode nötig sein wird…” – In einem früheren Artikel habe ich die “historisch-kritische Methode” eingehend beleuchtet. Wir haben dort gesehen, dass die konsequenten Vertreter dieser Methode nicht “den Herrn Jesus Christus als Gott und Retter bekennen, nach dem Zeugnis der Schriften” – im Gegenteil, die Methode an sich beruht auf der Verleugnung dieses Zeugnisses. (Einzelheiten siehe im erwähnten Artikel.)

Bei dem zitierten Dokument handelt es sich um eine offizielle Erklärung der Kommission für “Glaube und Verfassung” des Weltkirchenrates. Dieser hat somit die “historisch-kritische Methode” zu seiner offiziellen Theologie erklärt. Das bedeutet aber zugleich, dass der Weltkirchenrat nicht offen ist für diejenigen Kirchen und Christen, welche die “historisch-kritische Methode” ablehnen. Die ökumenische Bewegung anerkennt in Wirklichkeit nicht die ganze Vielfalt christlicher Kirchen und Strömungen, sondern nur diejenigen, die sich dem Diktat der “historisch-kritischen Methode” unterwerfen. Dies ist für mich ein gewichtiger Grund, mich dieser Ökumene nicht anzuschliessen.

Wo ist die Grenze der Ökumene?

Die Verfassung des WCC spricht nur von christlichen Kirchen. Seine Praktik geht aber weit darüber hinaus. In einer offiziellen Erklärung von 1997 heisst es:
“Immer mehr Stimmen aus den Kirchen … sprechen von der Notwendigkeit einer ‚erweiterten Ökumene'(Makro-Ökumene), wonach die ökumenische Bewegung sich anderen Religionen und kulturellen Traditionen ausserhalb der christlichen Gemeinschaft öffnen soll.”

In der Praxis ist das schon längst Wirklichkeit. An den Weltversammlungen des WCC werden regelmässig heidnische Zeremonien aus dem Schamanismus, aus afrikanischen Ahnenkulten, usw. durchgeführt, wo direkt die Götter und Geister dieser Religionen angerufen werden. Im Gegensatz dazu hat m.W. der WCC noch nie die Vertreter solcher Religionen dazu aufgefordert, Jesus Christus anzubeten. Der vom WCC geforderte “interreligiöse Dialog” ist sehr einseitig. Eine Konsultation des WCC über religiösen Pluralismus im Ökumenischen Institut Bossey schlug in ihrem Schlussbericht (1999) Christen vor, “Rituale, Lesungen und hymnische Traditionen anderer Religionen in ihre eigene Liturgie und Anbetung aufzunehmen, z.B. Lesungen aus den Schriften des Hinduismus …” Andererseits hat der WCC bereits 1973 in Bangkok die christlichen Kirchen in Europa und Amerika dazu aufgerufen, keine Missionare mehr in Drittweltländer zu senden. Also: nach der Politik des WCC dürfen die Christen keine Heiden missionieren, aber Heiden dürfen und sollen Christen missionieren.

Da ich nicht dazu gezwungen werden möchte, heidnischen Bräuchen und Glaubensinhalten zu folgen, ist dies für mich ein weiterer gewichtiger Grund, mich dieser Ökumene nicht anzuschliessen.

Das Verhältnis zwischen christlichen Gemeinden und zwischen einzelnen Christen

Der Weltkirchenrat spricht sich in scharfen Worten gegen den “Proselytismus” aus:
“Mitglied (des WCC) zu sein bedeutet, die Mission der Kirche als gemeinschaftlich geteilte Verantwortung zu sehen, statt missionarische oder evangelistische Aktivitäten isoliert voneinander zu unternehmen; und noch viel weniger zur Konkurrenz gegen andere Gläubige oder zum Proselytismus zu greifen.”
(“Zu einem gemeinsamen Verständnis und Vision des Weltkirchenrates”, 1997)

Religionsfreiheit und Proselytismus. Es gibt keine Ausnahme zum grundlegenden Menschenrecht der Religionsfreiheit. … Wir bekräftigen die Notwendigkeit einer ökumenischen Disziplin, besonders in der Beziehung mit Ländern, die sich in der schwierigen Situation des Übergangs zur Demokratie befinden, und unter der Invasion ausländischer religiöser Bewegungen und dem Proselytismus leiden. Wir wiederholen, dass der WCC sich dem Proselytismus entgegensetzt, und fordern die Mitgliedskirchen auf, den Glauben und die Integrität der Schwesterkirchen zu respektieren…”
(Erklärung über Menschenrechte, Weltkonferenz des WCC 1998)

Was bedeutet dies im Klartext? – Der WCC versteht unter “Proselytismus” jegliche Form der Evangelisation, die sich an Menschen richtet, welche bereits Mitglieder einer “christlichen” Kirche sind. Nach dieser Definition dürfte z.B. in Ländern wie Perú, wo fast jedermann nominell katholisch ist, überhaupt nicht evangelisiert werden. Im Rahmen der sogenannten Makro-Ökumene (s.o.) wird dann der Begriff “Proselytismus” auch auf die Evangelisation unter Angehörigen anderer Religionen ausgeweitet.

Gemäss dem erstgenannten Zitat dürften Gemeinden und Christen von sich aus keinerlei missionarische oder evangelistische Aktivitäten unternehmen, sondern nur “gemeinschaftlich geteilte”, d.h. im Rahmen der ökumenischen Bewegung. – Das zweite Zitat steht im Zusammenhang mit dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit, womit suggeriert wird, Evangelisation sei ein Angriff auf die Religionsfreiheit. (Nirgendwo wird hingegen gesagt, dass die Religionsfreiheit auch das Recht auf Evangelisation einschliesse.)

Wäre eine Einheit der Christen Wirklichkeit in den Kirchen des Weltkirchenrates, dann käme keine dieser Kirchen auf die Idee, ihre Mitglieder eifersüchtig vor “Proselytismus” schützen zu wollen. In Wirklichkeit werden dadurch die Mitglieder vom Glauben abgefallener Kirchen davor “beschützt”, das biblische Evangelium zu hören; und die Barrieren zwischen den Kirchen werden noch verstärkt, da die Mitglieder davon abgehalten werden, ihren eigenen “konfessionellen Zaun” zu übertreten – es sei denn im Rahmen der Einheits-Ideologie des Weltkirchenrates.
Wäre eine solche Politik in früheren Jahrhunderten in Kraft gewesen, dann hätte Luther nie die katholische Kirche zur Umkehr aufrufen dürfen. Wesley hätte nie seine von der anglikanischen Kirche nicht anerkannten Laienprediger losschicken dürfen, um Anglikaner zur Bekehrung aufzurufen. Selbst Paulus hätte nie in den jüdischen Synagogen über Jesus predigen dürfen.

Leider haben auch die evangelikalen Gemeinden und Allianzen in dieser Hinsicht, soweit ich beobachten kann, die Politik des Weltkirchenrates übernommen. Zwar nicht in bezug auf die Evangelisation von Katholiken, aber in bezug auf die Beziehungen der Mitgliedskirchen untereinander. (Statt “Proselytismus” benutzen sie den Ausdruck “Schafe stehlen”.) Wenn ein Evangelikaler in Perú die Gemeinde wechseln will, braucht er dazu einen Empfehlungsbrief des Pastors; und wehe dem Pastor, der diese Prozedur nicht beachtet! In manchen Gemeinden wird den Mitgliedern verboten, ohne Erlaubnis ihres Pastors einen Gottesdienst in einer anderen Gemeinde zu besuchen. Es gibt zwar gemeinsame Anlässe der Gemeinden unter der Aufsicht der Allianz. Wenn aber “gewöhnliche Christen” aus verschiedenen Gemeinden sich zusammentun, ohne dazu den “Segen” ihrer Pastoren einzuholen, dann werden sie argwöhnisch beobachtet, und meistens werden die Beteiligten von ihren Gemeindeleitern schnell und barsch zurückgepfiffen.
Dies ist besonders problematisch, wenn wir in Betracht ziehen, dass inzwischen auch viele “Evangelikale” nur Namenschristen sind, und dass auch in vielen “evangelikalen” Gemeinden nicht mehr das biblische Evangelium verkündet wird. Das “Nein zum Proselytismus” hindert auch diese Namenschristen daran, das Evangelium zu hören. Ausserdem wird dadurch verhindert, dass Leiter und Mitglieder von Gemeinden, die sich vom Evangelium entfernt haben, von Vertretern anderer Gemeinden auf ihren Fehler aufmerksam gemacht werden könnten.

Ich möchte mir nicht von Leitern, die sich “christlich” nennen, einen Maulkorb umbinden lassen bezüglich meines Zeugnisses für Christus. Deshalb bin ich nicht dazu bereit, mich dieser Ökumene anzuschliessen.

Ich hoffe hiermit auch dargestellt zu haben, dass “Ökumene” und “christliche Einheit” nicht gleichbedeutend sind. (In einer Fortsetzung möchte ich, so Gott will, darauf eingehen, wie ich christliche Einheit verstehe.) Aus den genannten Gründen mache ich nicht mit der ökumenischen Bewegung mit; und auch nicht mit “evangelikalen” Gemeinden, die im selben Fahrwasser mitschwimmen.

Hier in Perú (und anscheinend in Lateinamerika überhaupt) sind die Verbindungen zwischen Evangelikalen und ökumenischer Bewegung auf den höchsten Leiterschaftsebenen schon sehr weit fortgeschritten; aber das „gewöhnliche Kirchenvolk“ hat noch nichts davon mitbekommen. Das beunruhigt mich.
Bei Nachforschungen über diese Verknüpfungen stiess ich immer wieder auf dieselben Organisationen, und oft in Zusammenarbeit miteinander: Die United Bible Societies (UBS) und die ihnen angeschlossenen nationalen Bibelgesellschaften (die in Lateinamerika führend sind in der Verbreitung bibelkritischer Theologie); die Lateinamerikanische Theologische Bruderschaft (Fraternidad Teológica Latinomericana, FTL) – eine auf höheren Ebenen einflussreiche Organisation, von der aber die meisten „gewöhnlichen“ Kirchenmitglieder und Pastoren nicht einmal Kenntnis haben -; der Lateinamerikanische Kirchenrat (CLAI, das ist der lateinamerikanische Zweig des Weltkirchenrates); und das Sozialwerk „World Vision“ ( = „Weltliche Vision“ in der angebrachtesten – wenn auch nicht ganz korrekten – Übersetzung). Alle diese Organisationen vertreten mehr oder weniger offen die Ziele des Weltkirchenrates und die bibelkritische Theologie; werden aber von den Evangelikalen mit offen Armen als „Geschwister“ empfangen. Auch das beunruhigt mich. (Ich verbiete niemandem, ökumenische Überzeugungen zu haben und zu vertreten. Aber wo das auf diese verdeckte Weise geschieht, hintenherum und unter „bibeltreuer“ Tarnung, da kann ich nicht schweigen.) – Wie aus der Aufzählung hervorgeht, betreffen diese ökumenischen Verknüpfungen sowohl einheimische wie ausländische Organisationen.

Hier in Perú muss ich auch die Evangelische Allianz zu diesen ökumenischen Verknüpfungen zählen (hierzulande CONEP – Concilio Nacional Evangélico del Perú – genannt). Im Internet-Verzeichnis der internationalen Mitarbeiter des Weltkirchenrates (Stand 2004) figurieren genau zwei Peruaner: Rafael Goto Silva und Tito Paredes. Derselbe Rafael Goto Silva war von 2005 bis 2009 Präsident des CONEP; Tito Paredes war ebenfalls Leitungsmitglied. Mehrere andere Mitglieder des siebenköpfigen Vorstandes sind ebenfalls Mitglieder bzw. Mitarbeiter von ökumenischen Organisationen. Somit sind praktisch alle evangelikalen Kirchen in Perú – obwohl sie offiziell keine Mitglieder des Weltkirchenrates sind – „inoffiziell“ via CONEP in die weltweite ökumenische Bewegung eingebunden worden. Auch das beunruhigt mich natürlich.

Ich betone nochmals, es geht mir hier nicht darum, dass die Evangelische Allianz keine ökumenische Ausrichtung haben „dürfte“. (Sie hat sie ja sowieso, egal ob jemand dies kritisiert oder nicht.) Es geht mir um die unredlichen Methoden, die dabei angewandt werden, damit die breite Masse der Gemeindeglieder und Pastoren (die der Ökumene mehrheitlich kritisch gegenüberstehen) nichts davon mitbekommt. Von den Kanzeln herab wird die Ökumene lautstark verurteilt, während die obersten Leiter derselben Gemeindeverbände selber Ökumeniker sind. Im Jahre 1999 wurde mit einem politischen Manöver (das in einem Pressebericht als „Staatsstreich“ bezeichnet wurde) die nationale Leiterschaft eines der grössten peruanischen Gemeindeverbände abgesetzt und durch andere Leiter ersetzt, die der ökumenischen Bewegung freundlich gesinnt waren und ihr z.T. selber angehörten. – An der Bibelschule, wo ich selber mehrere Jahre lang mitarbeitete, wurde offiziell die göttliche Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel gelehrt; inoffiziell aber waren die meisten Lehrer Ökumeniker und Bibelkritiker. (Meine Schüler des Abschlussjahrganges fielen aus allen Wolken, als ich ihnen die Denkvoraussetzungen der Bibelkritik erklärte und ihnen zeigte, dass die Hälfte der Bücher in der Schulbibliothek bibelkritisch waren: „Bis jetzt hat kein einziger Lehrer mit uns über dieses Thema gesprochen!“) Klar, dass auch das mich beunruhigt.

Es ist bezeichnend, dass es ein Vertreter der peruanischen Bibelgesellschaft war, welcher vor der Regionalsynode eines grossen Gemeindeverbandes forderte, die Verbreitung meiner Schrift über den Ökumenismus (wo obige Informationen mit Quellenangaben dokumentiert waren) sei in den Gemeinden zu verbieten, und mir als Person sei ein Lehr- und Predigtverbot zu erteilen. Deshalb erscheint der vorliegende Blog-Artikel in der Rubrik „Zensurierte Artikel“.

Bezeichnend auch, dass die Schweizer Missionsorganisation, die mich damals noch (zumindest als Lippenbekenntnis) „unterstützte“, aus meinem Jahresbericht vor der Veröffentlichung einen Hinweis auf diese Situation wegstrich, ohne jede Rücksprache mit mir. Auch deshalb erscheint dieser Blog-Artikel in der Rubrik „Zensurierte Artikel“.

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