Genies ohne Schule. Weltbekannte Persönlichkeiten, die nicht zur Schule gingen oder mit der Schule Probleme hatten. – Teil 2: Staatsmänner

Dies ist die Fortsetzung einer Zusammenstellung biographischer Angaben zu berühmten Persönlichkeiten, die ihre Ausbildung nicht – oder nur zu einem geringen Teil – der Schule verdanken. Entweder weil sie gar nicht zur Schule gingen, oder aber weil sie die Schule nur als hinderlich empfanden für ihre persönliche und geistige Entwicklung, und sich deshalb ihre wichtigsten Kenntnisse und Fertigkeiten ausserhalb der Schule aneigneten. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.
Nachdem ich im ersten Teil neun Wissenschafter und Erfinder vorstellte, betrachten wir jetzt neun Staatsmänner.


George Washington, Begründer und erster Präsident der Vereinigten Staaten

Washington wurde zuhause ausgebildet, mehrheitlich von seinem älteren Halbbruder. Seine Rechtschreibung war nicht besonders gut, aber er hatte gern Mathematik und war gut darin. Besonders interessierte ihn die Topographie. Im Alter von 14 Jahren übte er, die Felder in der Umgebung seines Wohnortes zu vermessen. Er zeichnete so genaue Landkarten, dass er im Alter von 16 Jahren angefragt wurde, in einer Vermessungsgruppe mitzuarbeiten. Mit 21 Jahren trat er in die Armee ein, und später in die Politik. Er war Mitverfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und wurde 1789 zum ersten Präsidenten gewählt.

John Quincy Adams, Präsident der Vereinigten Staaten

Adams wurde 1824 zum Präsidenten gewählt. Er wurde von seinem Vater ausgebildet und ging nie zur Schule. Sein Vater war Offizier und Diplomat. Als John Quincy elfjährig war, nahm ihn sein Vater auf eine diplomatische Mission nach Frankreich mit. Auf der Reise durchlebten sie viele Abenteuer und Gefahren, von kriegerischen Angriffen bis zum Schiffbruch. Als Sekretär seines Vaters lernte John Quincy acht Sprachen.
Im Alter von 14 Jahren, während der amerikanischen Revolution, wurde Adams zum Assistenten des ersten amerikanischen Diplomaten in Russland gewählt. Ohne die Schule besucht zu haben, begann er mit 19 Jahren an der Universität Harvard zu studieren.

Abraham Lincoln, Präsident der Vereinigten Staaten

Abraham Lincoln wuchs in einer armen Familie auf und musste schon als Kind zum Unterhalt der Familie beitragen, indem er das Land bearbeitete, Holz schlug, Schreinerarbeiten verrichtete, und anderes mehr. Seine Stiefmutter ermutigte ihn, zu lesen und zu lernen. Das tat Abraham, indem er zuhause aus eigener Initiative lernte. Während seines ganzen Lebens ging er nicht länger als insgesamt ein Jahr zur Schule. Er bildete sich selber, indem er ausgeliehene Bücher und Zeitschriften las. Er löste seine ersten Rechnungsaufgaben beim Licht des Herdfeuers, indem er mit Kohle auf Holzstücke Zahlen schrieb. Später konnte er sich ein wenig Papier kaufen, aus dem er sich ein Heft bastelte. Zum Schreiben benützte er eine Feder und selbstgemachte Tinte aus wilden Brombeeren. Wenn er aufs Feld ging, nahm er immer ein Buch mit, um während der Arbeitspausen darin zu lesen.

Als junger Erwachsener hatte Lincoln verschiedenste Arbeitsstellen: als Steuermann eines Flussbootes; als Landvermesser; als Angestellter eines Ladens, und auf der Post. In seiner Freizeit lernte er Jura im Selbststudium, indem er die Gesetzbücher studierte. So wurde er mit der Zeit zu einem bekannten Anwalt.

1847 wurde er in den Kongress gewählt, und 1860 zum Präsidenten. Als Präsident schaffte er die Sklaverei ab, und hatte die schwierige Aufgabe, den amerikanischen Bürgerkrieg zu führen und zu beenden. Er gilt als einer der berühmtesten Präsidenten der USA.

Theodore Roosevelt, Präsident der Vereinigten Staaten

Roosevelt wurde 1901 zum Vizepräsidenten gewählt und 1904 zum Präsidenten. Als Kind war er kränklich und litt an Asthma, und wurde zuhause von seinen Eltern ausgebildet. Seine Eltern boten ihm eine reiche Auswahl an Büchern, aber sie zwangen ihn nie dazu, etwas Bestimmtes zu lesen. Roosevelt trieb viel Sport, um seine Gesundheit zu verbessern, und lernte Reiten, Jagen und Klettern. Er ist bekannt u.a. für seine Initiative zum Bau des Panamakanals.

Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten

Wilson war Präsident während des Ersten Weltkriegs. Er war mehr als zehn Jahre alt, als er lesen lernte. Zum Ausgleich brachte er sich als Teenager selber Stenographie bei. Seine Ausbildung fand grösstenteils zuhause statt, unter Anleitung seines Vaters. Er ging ein Jahr lang zur Schule; danach nahm er das Studium an der Universität Princeton auf, wo er mit 23 Jahren abschloss. Später wurde er Präsident dieser Universität.

Salomo, König von Israel

Von Salomo wurde gesagt, er sei die weiseste Person der Welt. Seine „Schule“ war die Ausbildung, die er von seinem Vater erhielt, dem König David. So berichtet Salomo in seinem Buch der Sprüche:
„Als ich noch als Sohn beim Vater war, als zartes, einziges Kind in der Hut der Mutter, da unterwies er mich und sagte zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest; bewahre meine Gebote, so wirst du leben. Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht! Vergiss es nicht und weiche nicht ab vom Wort meines Mundes.“ (Sprüche 4,3-5)
Als König von Israel war Salomo gesetzlich verpflichtet, das Gesetz Gottes (die fünf Bücher Mose) abzuschreiben und täglich darin zu lesen (5.Mose 17,18-20). In der Folge sagte Salomo auch, der Anfang der Weisheit sei die Furcht Gottes (Sprüche 9,10).

Daniel, Prophet und Staatsmann

Daniel war ein Israelit; aber als Teenager wurde er von den Babyloniern gefangengenommen und zur Ausbildung an einer babylonischen Schule gezwungen. Dort wurden die Schüler in babylonische Gebräuche eingeführt, die mit dem Gesetz Gottes in Konflikt standen. Daniel weigerte sich, daran teilzunehmen, obwohl er damit seine Gesundheit und sein Leben aufs Spiel setzte. Am Schluss der Ausbildung wurde Daniel als „zehnmal weiser“ befunden als alle Gelehrten am Hof des Königs. Deshalb erhielt er einen hohen Regierungsposten.

Winston Churchill, englischer Premierminister

Es wird gesagt, es sei weitgehend Churchills Leiterschaft zu verdanken, dass Hitlers Armeen während des Zweiten Weltkriegs nie in England einmarschieren konnten.
Churchill konnte nie einen Sinn sehen im Schulunterricht. Stattdessen zog er es vor, seine Spielzeugsoldaten in Schlachtreihen aufzustellen. Genau das war die Vorbereitung für seine spätere Laufbahn: Er trat in eine Militärakademie ein und erbrachte hervorragende Leistungen in Kriegstaktik und Festungsbau. Dann wurde er Armeeoffizier, und wurde bekannt als Kriegskorrespondent.
Später sagte er: „Meine Ausbildung begann … als ich nicht mehr zur Schule ging.“
Er schrieb auch: „Die Schulen haben nicht notwendigerweise etwas mit Bildung zu tun… Sie sind vor allem Kontrollinstitutionen, die den Jugendlichen bestimmte Grundgewohnheiten einprägen. Bildung ist etwas ganz anderes und findet kaum in den Schulen statt.“

Konrad Adenauer, deutscher Bundeskanzler

Nach Informationen in diversen Internetartikeln wurde auch der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht in der Schule ausgebildet, sondern durch homeschooling. Leider konnte ich keine Einzelheiten darüber in Erfahrung bringen. Ich erwähne Adenauer hier dennoch, damit wenigstens ein Deutscher diese Liste ziert (wenn wir vom in der ersten Folge vorgestellten Albert Einstein absehen, der deutsch-jüdischer Abstammung war, aber noch vor seiner Volljährigkeit auf die deutsche Staatsbürgerschaft verzichtete).

(Fortsetzung folgt)


 Quellenangabe:
Die obigen biographischen Angaben sind zusammengestellt aus Artikeln bei Wikipedia und Kurzbiographien bei http://www.knowledgehouse.info.
Zudem:
(Salomon, Daniel) Die Bibel.

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