Archive for Februar 2012

Bemerkenswerte Zitate: Über Schule, Lehrer und Schulpflicht (Teil 3)

22. Februar 2012

Teil 3: Über die Schulpflicht

„Die Grundlage einer echten Demokratie besteht nicht darin, dass die Leute ihre Regierung wählen können. Echte Demokratie besteht, wenn die Leute ihre Lehrer auswählen können.“
Dayal Chandra Soni, Shikshanjali, 1992

„Kinder von 12 oder 13 Jahren an haben bereits sehr lange Schultage und zusätzlich abends zwei, drei oder mehr Stunden Hausaufgaben. (…) Lange bevor sie in eine höhere Schule eintreten, werden viele Kinder einer Arbeitswoche von 70 Stunden oder mehr unterworfen. Seit den frühen und brutalen Tagen der industriellen Revolution haben Kinder nie mehr so hart gearbeitet.“
John Holt (Homeschooling-Pionier)

„Die Entwicklung der Schulbänke bedeutete, dass die Schüler einem Regime unterworfen wurden, welches ihnen möglich machte, obwohl sie stark und aufrecht geboren worden waren, bucklig zu werden! Das Rückgrat, biologisch der ursprünglichste, grundlegende und älteste Teil des Skeletts, der festeste Teil unseres Körpers, (…) das Rückgrat, welches den verzweifelten Kämpfen des Menschen gegen den Wüstenlöwen widerstand; welches stark blieb, wenn er das Mammut bezwang, den harten Felsen bearbeitete und das Eisen zu seinem Gebrauch formte; krümmt sich und bricht unter dem Joch der Schule.
Es ist unverständlich, dass die sogenannte Wissenschaft in den Schulen ein Instrument zur Sklaverei vervollkommnete, ohne auch nur von einem einzigen Lichtstrahl der sozialen Befreiungsbewegung erleuchtet zu werden, welche in aller Welt wuchs und sich entwickelte. Denn das Zeitalter der wissenschaftlichen Schulbänke war zugleich das Zeitalter der Befreiung der Arbeiterklasse vom Joch ungerechter Arbeit.“
Maria Montessori

(Anm: Im unmittelbaren Zusammenhang des obigen Zitats ist vordergründig nur von den anatomischen Auswirkungen des Schulmobiliars die Rede; aber der weitere Zusammenhang zeigt, dass ein Doppelsinn von der Autorin offenbar beabsichtigt war.)

„Unsere Schulpflicht (in den USA) ist eine Erfindung des Staates Massachusetts um 1850. Etwa 80% der Bevölkerung widersetzte sich – einige sogar mit Gewehren -; ihr letzter Stützpunkt in Barnstable, Cape Cod, übergab ihre Kinder erst nach 1880, als das Gebiet militärisch besetzt wurde und die Kinder unter militärischer Bewachung zur Schule gehen mussten.
Etwas merkwürdiges zum Nachdenken: Das Büro von Senator Ted Kennedy gab ein offizielles Dokument heraus, wonach vor der Einführung der Schulpflicht 98% der Einwohner des Staates (Massachusetts) lesen und schreiben konnten; danach blieb die Ziffer ständig unter 91%, wo sie heute (1990) noch ist. Ich hoffe, das interessiert Sie.“
John Taylor Gatto (Preisträger „Lehrer des Jahres“ New York 1990)

„Jene Menschen, die nur gelernt haben, einem von aussen vorgegebenen Programm zu folgen, stehen in Gefahr, ebenfalls von aussen her ‚umprogrammiert‘ zu werden, wenn der Druck einer neuen Gesellschaft es erfordert. Ohne ein aktives inneres Leben und ohne Bewusstsein seiner eigenen Menschlichkeit fehlen selbst dem intelligentesten Menschen jene spezifisch menschlichen Qualitäten, die er von innen her den von aussen aufgezwungenen Programmierungen entgegensetzen könnte, wenn die Integrität seines Seins bedroht wäre.“
Rebeca Wild (Pionierpädagogin in Ecuador)

Die folgenden zwei Zitate zeigen, dass eine solche „Umprogrammierung“ mittels des Schulsystems tatsächlich schon längst von langer Hand geplant und ausgeführt wird:

„In unseren Träumen ergeben sich die Menschen vollkommen fügsam in unsere formenden Hände. Die gegenwärtigen Vorstellungen von Bildung, im Sinne von Bildung des Intellekts und des Charakters, verschwinden aus ihrem Sinn; und ungehindert von der Tradition führen wir unseren eigenen guten Willen aus über ein dankbares und willfähriges Volk. Wir werden nicht versuchen, diese Leute oder irgendeines ihrer Kinder zu Gelehrten oder Philosophen oder Wissenschaftern zu machen. Wir sollen unter ihnen keine zu Schriftstellern, Erziehern oder Dichtern machen, auch nicht zu grossen Künstlern, Malern oder Musikern, noch zu Anwälten, Ärzten, Staatsmännern, Politikern – Geschöpfe, mit denen wir reichlich versorgt sind. Die Aufgabe ist einfach. Wir werden Kinder organisieren und sie auf vollkommene Weise die Dinge lehren, die ihre Eltern auf unvollkommene Weise tun.“
John D.Rockefeller (von dessen Finanzen das amerikanische Schulsystem zwischen 1900 und 1920 abhängig war.)

„Ich bin überzeugt, dass der Kampf um die Zukunft der Menschheit in den Schulzimmern der Staatsschulen gekämpft und gewonnen werden muss, von Lehrern, die ihre Rolle richtigerweise als Proselytenmacher eines neuen Glaubens sehen … Das Schulzimmer wird zum Konfliktschauplatz zwischen dem Alten und dem Neuen werden; zwischen dem verwesenden Leichnam des Christentums mit seinen Übeln und seinem Elend, und dem neuen Glauben des Humanismus…“
John J.Dunphy in „Der Humanist“, Jan.-Feb. 1983

Es folgt ein gegensätzliches Zitat – obwohl es wie das vorige den Begriff „Humanismus“ verwendet. Ich überlasse es dem Leser, über den kontrastierenden Gebrauch dieses Begriffs in den beiden Zitaten nachzudenken… :

„Vor zwei Jahrhunderten führten die Vereinigten Staaten die Welt an in einer Bewegung zur Abschaffung des Monopols einer einzigen Staatskirche. Jetzt brauchen wir die verfassungsmässige Abschaffung des Monopols der Schule, und damit eines Systems, das auf legale Weise Vorurteile mit Diskriminierung verbindet. Der erste Artikel einer Menschenrechtserklärung für eine moderne, humanistische Gesellschaft würde dem Ersten Zusatzartikel zur Verfassung der USA entsprechen: ‚Der Staat erlässt keinerlei Gesetz über die Einrichtung eines Bildungssystems.‘ Es soll keinerlei Ritual geben, das für alle obligatorisch ist.“
Ivan Illich

„Der Anspruch, eine freiheitliche Gesellschaft könne auf den modernen Schulen aufgebaut werden, ist paradox. Alle Sicherungen der persönlichen Freiheit werden aufgehoben im Umgang eines Lehrers mit seinen Schülern. Wenn der Lehrer in seiner Person die Funktionen eines Richters, Ideologen und Arztes vereinigt, dann wird der grundlegende Charakter der Gesellschaft pervertiert durch eben jenen Prozess, der auf das Leben vorbereiten soll. Ein Lehrer, der diese drei Gewalten in sich vereinigt, trägt viel mehr zur Verkrümmung des Kindes bei als alle Gesetze, welche dessen legale oder wirtschaftliche Minderjährigkeit festlegen oder dessen Versammlungs- oder Wohnsitzfreiheit beschränken.“
Ivan Illich

„Jeden Tag stellen die Schulen von neuem sicher, dass die Macht absolut und willkürlich ist, indem sie den Zugang zu grundlegenden Notwendigkeiten wie Toiletten, Wasser, Privatsphäre und Bewegungsfreiheit willkürlich gestatten bzw. verweigern. Auf diese Weise werden grundlegende Menschenrechte, die normalerweise nur den Willen der betroffenen Person erfordern, in Vorrechte verwandelt, die keineswegs garantiert sind.“
John Taylor Gatto

„Von den wichtigeren gesellschaftlichen Institutionen in westlichen Demokratien zeichnen sich nur drei durch die Anwendung von Zwang aus: die Gefängnisse, das Militär und die Staatsschulen.“
Denis P. Doyle

„Faust in meiner Hand“

Als ich an diesem Morgen mit ihm vor dem Schulhaus stand,
Unter dem Arm die grosse bunte Tüte,
Da spürt‘ ich seine kleine, heisse Faust in meiner Hand
Und wusste, dass er ahnte, was ihm blühte.
Mein erster Schultag endete in einem Tränenmeer,
Doch hatte ich nie vor ihm davon gesprochen –
Wie wurde schon am ersten Tag mein Ranzen mir so schwer –
Doch schlau hatte er den Braten längst gerochen.
Und als die anderen Kinder mit der Lehrerin fortgingen,
Hab‘ ich seine Verzweiflung und Verlassenheit gespürt
Und musst‘ ihn flehend, bittend dennoch in die Klasse bringen
Und fühlte mich, wie wenn man ein Kälbchen zur Schlachtbank führt.

Es gab nur Liebe und Versteh‘n, gab nur Freiheit bislang,
Und nun droh‘n Misserfolge und Versagen.
Der Wissensdurst versiegt unter Bevormundung und Zwang,
Die Gängelei erstickt die Lust am Fragen.
Die Schule macht sich kleine graue Kinder, blass und brav,
Die funktionier‘n und nicht infragestellen,
Wer aufmuckt, wer da querdenkt, der ist schnell das schwarze Schaf.
Sie wollen Mitläufer, keine Rebellen,
Ja-Sager wollen sie, die sich stromlinienförmig ducken,
Die ihren Trott nicht stör‘n durch unplanmäss‘ge Phantasie,
Und keine Freigeister, die ihnen in die Karten gucken
Und die vielleicht schon ein Kapitel weiter sind als sie.

Wie oft bist du in all den Jahren aus dem grauen Tor
Bemäkelt und getadelt rausgekommen,
Wie oft habe ich ahnungsvoll und stillschweigend davor
Den Delinquenten in den Arm genommen!
Wie oft hab‘ ich den Spruch gehört: Ihr Sohn hat nur geträumt,
Ihr Sohn hat mit Papierfitzeln geschossen,
Ihr Sohn hat trotz Ermahnung seinen Platz nicht aufgeräumt,
Ihr Sohn hat sein Tuschwasser ausgegossen!
Und nie: Ihr Sohn ist vor der ganzen Klasse aufgestanden
Für einen, den sie peinigten und quälten bis auf‘s Blut!
In dieser Welt kommen uns die wahren Werte abhanden,
In dieser Schule gibt es kein Fach Menschlichkeit und Mut.

Manchmal wünscht‘ ich, wir wär‘n an diesem Tag nicht mitgegangen
Und lieber, wie im Kinderlied, zu Doc David nach Fabuland.
Du hättest nicht nochmal an jener Stelle angefangen,
Wo ich schon einmal stand – die Faust in meines Vaters Hand!(Reinhard Mey in seinem Album Rüm Hart)
gefunden bei: http://hausunterricht.org/

Bemerkenswerte Zitate: Über Schule, Lehrer und Schulpflicht (Teil 2)

15. Februar 2012

Teil 2: Vom Elend der Schule

„Ich nehme an, es liegt daran, dass heute fast alle Kinder zur Schule gehen, wo alles für sie vorgeplant ist, dass sie anscheinend so völlig unfähig sind, eigene Ideen hervorzubringen.“
Agatha Christie (Schriftstellerin)

„Der Konkurrenzgeist, der in der Schule herrscht, zerstört alle Gefühle menschlicher Bruderschaft und Zusammenarbeit, und versteht Erfolg nicht als das Ergebnis einer Liebe zu produktiver und nachdenkender Arbeit, sondern als Produkt des persönlichen Ehrgeizes und der Angst vor Ablehnung.“
Albert Einstein

(Über sein Universitätsstudium): „In Physik jedoch lernte ich bald herauszuspüren, was zu den Grundlagen führte, und mich von allem anderen abzuwenden, von den vielen Dingen, die das Denken überhäufen und vom Wesentlichen ablenken. Der Haken daran war natürlich, dass man alle diese (unwesentlichen) Dinge für die Prüfungen in sein Gedächtnis stopfen musste, ob es einem gefiel oder nicht. Dieser Zwang hatte einen derart abschreckenden Effekt (auf mich), dass ich nach meiner letzten Prüfung ein ganzes Jahr lang auch nur den Gedanken an irgendein wissenschaftliches Problem als widerwärtig empfand. (…) Es ist ein sehr grosser Fehler zu denken, dass die Freude am Sehen und Untersuchen mit Zwang und Pflichtgefühl gefördert werden könnte. Im Gegenteil, ich glaube, dass sogar ein gesundes Raubtier seine Gefrässigkeit verlöre, wenn es mit einer Peitsche dazu gezwungen würde, ständig alles zu fressen, was ihm vorgesetzt würde, selbst wenn es nicht hungrig wäre.“
Albert Einstein

„Warum gehen in Deutschland viele Kinder zur Schule wie zum Zahnarzt? Warum erinnert ihr Lernen zuweilen an Bulimie: Informationen sammeln, Prüfungen bedienen und sich wieder entlasten?“
Reinhard Kahl (Journalist)

„Es gibt keine sicherere Art und Weise, die Begeisterung und das Interesse für ein Thema abzutöten, als es zu einem obligatorischen Bestandteil des Lehrplans zu erklären.“
Paul Lockhart (Mathematiker)

„Als ich für die Zulassungen zu den Diplomprüfungen zuständig war, und es kam ein Student mit lauter Bestnoten in seinem Zeugnis, dann wies ich ihn sofort ab. Es ist einfach nicht möglich, dass jemand in allen Fächern gleich gut oder gleich interessiert ist. (Ausser er tut es nur, um dem Lehrer zu gefallen.) Als Professor hatte ich keine Geduld mit Studenten, die dachten, das Wesentliche am akademischen Erfolg bestehe darin, mir zu wiederholen, was ich ihnen soeben gesagt hatte.“
Roger Shank

„Die Autorität der Lehrenden ist oft ein Hindernis für jene, die lernen wollen.“
Cicero

„Beim Lehren geht es nicht um Information. Es geht darum, eine ehrliche intellektuelle Beziehung zu den Schülern zu haben. Lehren erfordert keine Methode, keine Werkzeuge und keine Ausbildung. Nur die Fähigkeit, authentisch zu sein. Und wenn Sie nicht authentisch sein können, dann haben Sie kein Recht, sich unschuldigen Kindern aufzudrängen.“
Paul Lockhart

„Meine Zukunftsvision besteht darin, dass die Leute nicht mehr Prüfungen ablegen und aufgrund deren Ergebnisse von der Sekundarschule zur Universität wechseln; sondern dass sie als Einzelne von einer Stufe der Unabhängigkeit zu einer höheren gelangen, durch ihre eigene Aktivität, ihre eigene Willensanstrengung, worin die innere Enwicklung des Einzelnen besteht.“
Maria Montessori (Pionierpädagogin)

„Nur in der Theorie dienen die heutigen Bildungseinrichtungen den Schülern. Tatsächlich besteht die wirkliche Aufgabe eines Schülers an jeder ehrgeizigen Institution darin, durch seine Leistung das Ansehen dieser Institution zu steigern.“
John Holt (Homeschooling-Pionier)

„Ein Kind, das zum angemessenen Zeitpunkt und auf die angemessene Weise gelehrt wird, kann innerhalb von vier bis sieben Monaten ohne Schwierigkeiten den ganzen Stoff lernen, der in sechs Jahren Primarschule gelehrt wird. Es gibt deshalb keinen Grund, den offiziellen Lehrplan zu respektieren …“
Rebeca Wild (Pionierpädagogin in Ecuador)

„Der Psychiater J.T.Fisher ging erst mit dreizehn Jahren erstmals zur Schule, und schloss die Sekundarschule mit sechzehn Jahren ab. Später fühlte er sich enttäuscht, als er entdeckte, dass dies keineswegs ein Beweis besonderer Genialität war. Er musste akzeptieren, was die Psychologen sagten: Sie hatten gezeigt, dass ein normales Kind, das erst in der Pubertät mit seiner akademischen Bildung beginnt, bald denselben Leistungsstand erreichen kann, den es erreicht hätte, wenn es mit fünf oder sechs Jahren in die Schule eingetreten wäre.“
Raymond Moore (Psychologe, Schuldirektor und Homeschooling-Pionier)

„Die Schule ist eine Institution, die auf dem Axiom beruht, Lernen sei das Ergebnis von Lehren. Und die institutionelle Weisheit akzeptiert dieses Axiom weiterhin, trotz überwältigender Beweise für das Gegenteil.“
Ivan Illich

„Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass praktisch kein Zusammenhang besteht zwischen guten Noten in standardisierten schriftlichen Prüfungen, und Erfolg im Erwachsenenleben.“
Joe Nathan und Wayne Jennings, Phi Delta Kappan, Mai 1978

„Wenn geglaubt wird, diese Grundschulen würden vom Gouverneur und seinem Rat, von den Funktionären des Literaturfonds, oder von irgendeiner anderen Regierungsautorität besser verwaltet als von den Eltern in jedem Bezirk, dann ist das ein Glaube entgegen aller Erfahrung.“
Thomas Jefferson (Mitbegründer der USA)

„Warum wird es als normal angesehen, dass die Staatsschulen Millionen von Schulversagern produzieren; während eine einzige Familie, die ein Kind zuhause ausbildet, als grösste Bedrohung der öffentlichen Bildung und des Überlebens der Demokratie gilt?“
Stephen Arons, 1983

„(Die Schule) entreisst Kinder zwangsweise einer Welt voll von den Geheimnissen von Gottes eigener Handarbeit, voll von den Anregungen der Persönlichkeit. Sie ist lediglich eine disziplinarische Methode, die sich weigert, die Einzelperson zur Kenntnis zu nehmen. Sie ist eine Fabrik, speziell zu dem Zweck konstruiert, gleichförmige Resultate zu schleifen. (…) Gemäss der Schule ist das Leben dann vollkommen, wenn es einem erlaubt, es als tot zu behanden und es in handliche symmetrische Stücke zu schneiden. Und das war der Grund für mein Leiden, als ich zur Schule geschickt wurde. (…) Ich war keine Schöpfung des Schullehrers, und das Erziehungsministerium wurde nicht konsultiert, als ich geboren wurde. Aber war das ein Grund für sie, sich an mir zu rächen für diese Unterlassung meines Schöpfers? (…) Mein Geist musste also die Zwangsjacke der Schule akzeptieren, die wie die Schuhe einer Mandarinfrau meine Natur von allen Seiten und bei jeder Bewegung kniffen und quetschten. Glücklicherweise konnte ich mich selbst daraus befreien, bevor die Gefühllosigkeit einsetzte.“
Rabindranath Tagore (Literaturnobelpreis 1913)

„Immer mehr Kinder bilden ihre stärkste Bindung gar nicht mehr zu Erwachsenen aus, sondern zu Gleichaltrigen. Wir glauben dann, sie seien unabhängig, und freuen uns. In Wirklichkeit haben sie ihre Abhängigkeit nur auf die anderen Kinder verlagert und orientieren sich fortan an denen. Den Lehrern und Eltern fehlt damit die entscheidende Grundlage für jede Erziehung, nämlich die stabile, tiefe Bindung ihrer Kinder an sie. Deswegen ist das Unterrichten so mühsam geworden. Für die Kinder wiederum bedeutet die Gleichaltrigenorientierung höchsten Stress. Die normalen Verletzungen, die Kinder in ihrer Unreife sich schon immer zugefügt haben, treffen sie mit voller Wucht, denn die anderen Kinder sind nicht mehr einfach nur „Spielkameraden“, sondern das Wichtigste in ihrem Leben, die Erwachsenen sind blasse Randfiguren geworden. Viele dieser Kinder haben zu keinem Erwachsenen mehr eine so tiefe Bindung, dass sie bei ihm schwach sein und sich ausweinen können. Um sich in dieser Situation zu schützen, panzern sie sich gegen ihre Gefühle – sie werden „cool“. Mit den verletzlichen Gefühlen von Angst, Sorge etc., die sie verleugnen, verlieren sie aber auch den Zugang zu den anderen „weichen“ Gefühlen wie Interesse, Begeisterung, Fürsorglichkeit etc.“
Dagmar Neubronner („Die Freilerner“)

„Vielleicht denkst du nur an diese Welt, und vergisst, dass es eine zukünftige Welt gibt, und eine, die ewig dauern wird! Bitte denke ernsthaft daran, und schicke deine Kinder zu solchen Lehrern, die diese zukünftige Welt immer vor ihren Augen haben. Sonst – erlaubt mir, es klar zu sagen – ist es kaum besser, sie zur Schule zu schicken, als sie zum Teufel zu schicken.“
John Wesley (Erweckungsprediger und Begründer des Methodismus)

Bemerkenswerte Zitate: Über Schule, Lehrer und Schulpflicht (Teil 1)

8. Februar 2012

Teil 1: Mit Humor genommen

„Meine Ausbildung begann, als ich nicht mehr zur Schule ging.“
Winston Churchill (Englischer Premierminister)

„Ich habe es der Schule nie erlaubt, sich in meine Bildung einzumischen.“
Mark Twain (Schriftsteller)

„Mit einer oder zwei seltenen Ausnahmen habe ich nie einen Schuldirektor kennengelernt, der irgendetwas über Bildung wusste, ausser wie man zu mehr Geld für mehr Ausrüstungsgegenstände kommt.“
Sydney Harris (Journalist)

„Es gibt eine Tradition im Bildungswesen, dass wenn man für etwas einen Dollar ausgibt und es funktioniert nicht, dann soll man zwei Dollar ausgeben; und nicht nur das, sondern man soll die zwei Dollar derselben Person geben, die mit einem Dollar die Arbeit nicht tun konnte.“
Frank Macchiarola (Schulkanzler von New York City)

„Bildung ist etwas Bewundernswertes; aber es ist gut, sich von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, dass das Wissenswerte nicht gelehrt werden kann.“
Oscar Wilde (Schriftsteller)

„Bildung ist, was übrigbleibt, wenn man alles vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat.“
Albert Einstein (Physiker)

„Ich frage mich, ob wir die Lehrer nicht besser ‚Prüfungsvorbereitungstrainer‘ nennen sollten?“
Roger Shank (Pionierpädagoge in den USA)

„Ein Lehrer ist jemand, der im Schlaf anderer spricht.“
W.H.Auden