Nachtrag zur staatlichen „Obhut“ über Kinder und zu den Jugendämtern

Im folgenden einige Links, welche die Problematik der staatlichen „Inobhutnahme“ von Kindern – insbesondere in Deutschland – weiter erhellen:

Generelle Daten können dem Wikipedia-Artikel über „Heimerziehung“ entnommen werden.

Der deutsche Heimkinderverband versucht u.a, von ehemaligen Heimkindern erlittene Schädigungen aufzuarbeiten.

Ein Spiegel-Artikel nimmt die Vergangenheit der Heimerziehung unter die Lupe. Der Artikel spricht zwar von den „50er und 60er-Jahren“, hat aber durchaus aktuelle Bezüge; und die Seite enthält Links zu weiteren Artikeln über die aktuelle Situation. Im Zusammenhang damit: „Ungewöhnlicher Zuwachs: Deutschlands Kinderheime voll“.

Eine besonders suspekte Einrichtung scheinen die deutschen Jugendämter zu sein. Schon vor zwei Jahren hat eine Reportage bei CBN News (auf englisch) darüber berichtet, dass diese Ämter praktisch in einem rechtsfreien Raum agieren, wo niemand sie wirklich zur Rechenschaft ziehen kann: Deren Vertreter können anscheinend straflos vor Gericht lügen und gerichtliche Verfügungen missachten. In deutscher Sprache hat dieses Jahr der „Nachrichtenspiegel“ das Thema aufgegriffen. (Die Seite enthält Links zu mehreren deutschen Presseberichten, die sich damit auseinandersetzen.) Hier ein bezeichnendes Zitat:

„(Das Jugendamt) unterliegt keiner Kontrolle. Es gibt nur die Rechtsaufsicht, die von der Obersten Landesjugendbehörde, den Innen- oder Sozialministerien der Länder wahrgenommen wird. Außerdem gibt es eine interne Fachaufsicht oder Supervision im Jugendamt selbst. Ich weiß aber, dass bis in den Petitionsausschuss des Bundestages sehr, sehr viele Beschwerden aus der Bevölkerung eintreffen über die Arbeit der Jugendämter.
(…) Der einzelne Sozialarbeiter im Jugendamt ist mit großer Macht ausgestattet, mit ihr kann er zerstören oder aufbauen. Dass diese Macht missbraucht wird, kommt immer wieder vor. Deshalb gerät das Jugendamt auch nach wie vor in den Ruf, ein rechtsfreier Raum zu sein. Das Jugendamt hat immer Recht, heißt es dann.
(…) Dienstaufsichtsbeschwerden haben wenig Erfolg, man muss vielmehr die Rechtsaufsicht bemühen und die Gerichte anrufen. Aber die wenigsten Eltern haben die Mittel zu so einer Auseinandersetzung, und sie haben zudem Angst davor, dass ihr Kind den Konflikt ausbaden muss. Sie geben den Kampf irgendwann auf und versuchen, sich mit dem Verlust des Kindes abzufinden.“
(Sozialpädagoge Heribert Giebels in der „Zeit“, 2003. Seit der Artikel geschrieben wurde, scheint sich nichts Wesentliches geändert zu haben.)

Man sehe sich auch einmal die Kommentarsektion z.B. bei http://www.jugendaemter.com/index.php/jugendamt-eckernforde/ an.

Aus den Berichten beim „Nachrichtenspiegel“ wird zudem ersichtlich, dass die Situation von Pflegekindern ebenso problematisch sein kann wie die Situation von Heimkindern.

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