John Wesley und die Methodisten – Teil 8: Wesley und die Kinder

(Zur vorherigen Folge)

Wesley interessierte sich besonders für die Kinder. In seiner eigenen Kindheit hatte er die bestmögliche Erziehung erhalten: Bis zum Alter von elf Jahren wurde er zusammen mit sieben seiner Brüder von seiner eigenen Mutter gelehrt. Susanna Wesley war eine gottesfürchtige Frau mit strengen christlichen Prinzipien, und säte fleissig die Samen des Wortes Gottes in die Herzen ihrer Kinder. Gleichzeitig lehrte sie sie Disziplin, Ordnung und Respekt. Jede Tätigkeit der Familie – Familienandachten, Mahlzeiten, Unterricht – fand zur dafür festgesetzten Zeit statt. Wesley wusste aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Familienumgebung für ein Kind ist, und verteidigte immer die christliche Familie. Andererseits beobachtete er den schädlichen Einfluss der Schulen auf den Glauben der Kinder:

„Am Nachmittag war ich zum Tee bei A.O. Aber wie schockiert war ich! Die Kinder, die mir früher zu folgen pflegten und aufmerksam auf jedes meiner Worte hörten, waren zu einer der besten Schulen gegangen. Dort hatten sie jede Frömmigkeit und jede Ernsthaftigkeit verlernt, und hatten den Stolz, die Eitelkeit und die Heuchelei gelernt, und alles, was sie von der Erkenntnis und der Liebe Gottes abbringt. Methodistische Eltern, wenn ihr eure Kinder direkt zur Hölle schicken wollt, dann schickt sie an eine dieser eleganten Schulen!“

In einer Predigt über „Die Religion in der Familie“ sagt Wesley:

„Insbesondere sollst du dich bemühen, deine Kinder von frühem Alter an deutlich, oft und geduldig zu lehren. Lehre sie von der ersten Stunde an, wo du ihren Verstand erwachen siehst. Die Wahrheit kann ihren Sinn viel früher erleuchten, als wir annehmen. Wer die ersten Öffnungen des Sinnes des Kindes beobachtet, wird allmählich für den Stoff sorgen, womit er arbeiten kann, und wird die Augen seines Kindes zum Guten hinlenken. Wenn ein Kind zu sprechen beginnt, kannst du sicher sein, dass sein Verstand am Arbeiten ist. In diesem selben Moment müssen die Eltern beginnen, zu ihm über die besten Dinge zu sprechen – Gottes Dinge. Und von da an sollte keine Gelegenheit versäumt werden, ihnen alle Wahrheiten einzuflössen, die sie aufzunehmen imstande sind.
„(…) Ich frage euch also: Wozu schickst du deine Kinder zur Schule? – ‚Natürlich, damit sie auf das Leben in der Welt vorbereitet werden.‘ – Von was für einer Welt sprichst du denn, von dieser oder von der zukünftigen? Vielleicht denkst du nur an diese Welt, und vergisst, dass es eine zukünftige Welt gibt, und eine, die ewig dauern wird! Bitte denke ernsthaft daran, und schicke deine Kinder zu solchen Lehrern, die diese zukünftige Welt immer vor ihren Augen haben. Sonst – erlaubt mir, es klar zu sagen – ist es kaum besser, sie zur Schule zu schicken, als sie zum Teufel zu schicken. Und auf jeden Fall, wenn dir die Seele deiner Kinder irgendetwas bedeutet, schicke sie nicht an eine dieser grossen öffentlichen Schulen (denn diese sind Brutstätten von aller Art Bosheit), sondern an eine private Schule, wo ein frommer Mann unterrichtet, der sich bemüht, eine kleine Anzahl Kinder sowohl in der Lehre wie auch in der Religion zu unterrichten.“

Als die Erweckung schon ziemlich fortgeschritten war, konnte Wesley die Frucht seiner Bemühungen um die Kinder sehen. Bei einer Gelegenheit gab er das folgende bewegende Zeugnis:

„Um drei Uhr traf ich mich mit gegen tausend Kindern unserer Sonntagschulen. Nie zuvor habe ich so etwas gesehen. Alle waren vollkommen sauber, und sehr einfach gekleidet. Alle waren ernsthaft und von gutem Betragen. Viele, sowohl Jungen wie Mädchen, hatten die schönsten Gesichter, die es in England oder Europa gibt. Wenn alle zusammen sangen, und keiner den Ton verfehlte, klang es besser als jedes Theater. Und das Beste davon: viele von ihnen sind wirklich gottesfürchtig, und einige erfreuen sich ihrer Erlösung. Diese sind der ganzen Stadt ein Beispiel. Gewöhnlich verbringen sie ihre Zeit damit, die armen Kranken zu besuchen (manchmal gehen sechs, acht oder zehn Kinder zusammen), um sie zu ermahnen, zu trösten, und mit ihnen zu beten. Oft tun sich zehn oder mehr von ihnen zusammen, um zu singen und zu beten, manchmal bis zu dreissig oder vierzig zusammen, und sie sind so ernsthaft damit beschäftigt, abwechselnd zu singen, zu beten und zu weinen, dass sie gar nicht aufhören können. Ihr Kinder, die ihr dies hört, warum geht ihr nicht hin und tut dasselbe? Ist Gott nicht hier derselbe wie in Bolton? Möge Gott aufstehen und für seine eigene Sache kämpfen, auch ‚aus dem Munde der Kinder und Säuglinge‘!“

(Fortsetzung folgt)

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