Christenverfolgung in Deutschland: Voraussage beginnt sich zu erfüllen

Schon vor einiger Zeit habe ich vorausgesagt, die deutschen Evangelikalen (die sich bis jetzt kaum je mit den verfolgten Christen in ihrem eigenen Land solidarisiert haben) würden bald selber zur Zielscheibe der staatlichen Verfolgung werden. Anscheinend ist es bald so weit. Dieser Tage wurde der evangelische Pfarrer Olaf Latzel (nicht einmal ein Freikirchler!) aufgrund einiger aus dem Zusammenhang gerissener Aussagen in einer Predigt wegen „Volksverhetzung“ angeklagt.

Ich habe mir die besagte Predigt angehört, um mir selber ein Bild zu machen davon. Ich muss sagen, Latzel hat sich im Eifer ab und zu einer überzogenen Ausdrucksweise bedient. Aber von einer Kirche, die sich nach Martin Luther nennt, sollte eigentlich zu erwarten sein, dass ihre Pfarrer der sprachlichen Derbheit ihres Gründers nachschlagen, oder nicht? Als „Volksverhetzung“ qualifiziert das wohl kaum. Im übrigen fand ich in dieser Predigt keinerlei Aufruf zu Hass oder gar Gewalt. Latzel hat nicht einmal dazu aufgerufen, sich von andersgläubigen Menschen abzusondern, sondern nur sich von deren nichtchristlichen Gebräuchen und Festlichkeiten fernzuhalten. Den Unterschied zwischen den beiden Dingen (sich von Menschen oder sich von deren Gebräuchen zu distanzieren) hat er in der Predigt klar herausgestellt. Und er hat auch klar gesagt, wir sollen Andersgläubigen in Liebe und Dienstbereitschaft begegnen. Von daher ist es wirklich ein starkes Stück, ihm aufgrund einiger aus dem Zusammenhang gerissener Teilsätze „Hetze“, „Fremdenhass“ und ähnliches zu unterstellen. Aber eben, aufgrund der allgemeinen Entwicklung in den letzten Jahren (so wie ich sie aus der Ferne bruchstückhaft mitverfolge) war es zu erwarten, dass es eines Tages so weit kommen würde.

Es liegt jetzt natürlich nahe, Parallelen zum Fall „Charlie Hebdo“ zu ziehen. In beiden Fällen geht es um Kritik am Islam. Aber die Reaktion der „Öffentlichkeit“ ist auffallend unterschiedlich. Die Autoren von „Charlie“ werden als Helden gefeiert, während Olaf Latzel als „Fremdenhasser“ disqualifiziert wird, der seine Kirche „unglaubwürdig“ macht. (Weil einer ihrer ganz wenigen Vertreter ist, der das Glaubensbekenntnis dieser Kirche noch ernst nimmt?) Warum diese so unterschiedlichen Reaktionen? Beide kritisieren den Islam – die Autoren von „Charlie“ noch auf eine viel derbere und verletzendere Weise als Latzel. Aber sie sind Atheisten; Latzel ist Christ. Wahrscheinlich ist das der Kern der Sache: Bekennender Atheismus wird im heutigen Europa gefeiert; bekennendes Christentum wird bekämpft.

Je suis Olaf

Ich möchte noch einen anderen Aspekt beleuchten: Ist die „Islamfreundlichkeit“ europäischer Politiker nicht ausgesprochen heuchlerisch? Der Islam hätte doch Europa durchaus einiges zu sagen. Z.B. zu Themen wie Familienzusammenhalt, Gastfreundschaft, oder – nicht zuletzt – Ehrfurcht vor Gott. Würden die sogenannt „islamfreundlichen“ Politiker wirklich gerne hören, was der Islam dazu zu sagen hat? Oder gar über Themen wie „sexuelle Freiheit“, Alkohol- und Drogenkonsum, die Rollen von Mann und Frau, Feminismus und „Genderismus“, Homosexualität, usw.? Warum kommt das nie zur Sprache? Wären diese „islamfreundlichen“ Politiker wirklich bereit, sich auf die von ihnen geforderte „tolerante“ Weise mit dem islamischen Standpunkt zu diesen Fragen zu befassen?

Mir scheint – so weit ich das beobachten kann – dass die europäischen Meinungsmacher, statt den Islam objektiv zu diskutieren, ihn hauptsächlich als eine Art argumentative „Keule“ gegen überzeugte Christen benutzen. Eine Keule, die man nach Belieben mal links herum, mal rechts herum schwingen kann: Mal werden Islamkritiker pauschal als Fremdenhasser und Schlimmeres verunglimpft (wobei aber Leute wie z.B. „Charlie“ merkwürdigerweise keine Fremdenhasser sind); dann wieder werden christliche „Fundamentalisten“ mit islamischen „Fundamentalisten“ in denselben Topf geworfen und als Terroristen verschrieen (wobei nun heftigste Kritik am Islam plötzlich wieder zulässig wird, wenn man nur „Fundamentalismus“ sagt statt „Islam“…).
Da könnte einmal der Schuss nach hinten losgehen. Dann nämlich, wenn der Islam sich nicht mehr einfach so „benutzen“ lässt, sondern diesen Meinungsmachern gegenüber seine eigenen Machtansprüche geltend macht.

Ich wage hier etwas ganz Ketzerisches zu sagen: Wenn es nicht zu einer Umkehr und geistlichen Erweckung kommt, dann verdient Europa es bald wirklich, unter die Knute des Islam zu kommen. So wie Israel es seinerzeit verdiente, unter die babylonische Gefangenschaft zu kommen. Dann werden die Leute – inbegriffen die Meinungsmacher und die hohen Politiker – gezwungenermassen aus dem Munde islamischer Prediger Dinge hören müssen, die sie heute christlichen Predigern zu sagen verbieten.

Nicht dass ich das etwa wünschen würde. Eine echte Erweckung sähe ich tausendmal lieber. Aber die Voraussetzungen dazu sehe ich z.Z. (insbesondere innerhalb der Kirchen selber) nicht gegeben. Und die geistlichen Gesetze der Weltgeschichte erfüllen sich auch dann (oder gerade dann), wenn ihre Akteure selber nicht daran glauben. Der Islam präsentiert sich leider zur Zeit als einer der herausragenden „Kandidaten“, das geistliche Vakuum in Europa zu füllen, das die ehemals christlichen Kirchen hier hinterlassen haben.

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