Kirche im Sturzflug

Das tragische „Germanwings“-Unglück hat auch hier im fernen Perú Schlagzeilen gemacht. So ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass ich diese Woche eines Morgens erwachte mit dem Bild eines Piloten vor Augen, der verzweifelt an die verschlossene Cockpit-Tür klopft. Nur war in meinem Bild der Pilot Jesus, und das Flugzeug war die „offizielle“ christliche Kirche.

Nun ist Jesus natürlich nicht verzweifelt, denn er hat ja schon immer gewusst (und vorausgesagt!), dass so etwas passieren würde, und er hat weiterhin alles unter Kontrolle. Und Jesus flucht auch nicht wie jener Pilot. Aber im übrigen gibt es frappierende Parallelen.

Seit Jesus nicht mehr auf der Erde ist, hat er das „Steuer“ seiner Gemeinde unzulänglichen Menschen überlassen. Das heisst aber nicht, dass er als „Pilot“ abgedankt hätte! Nicht wie es hier auf gewissen frommen Autoaufklebern heisst: „Jesus ist mein Copilot.“ Nein, wirklich von Jesus beauftrage Leiter bleiben sich ständig bewusst, dass Jesus nicht nur der Copilot ist, sondern der wahre Pilot, und dass sie ständig und vollständig von ihm abhängig bleiben müssen, um auf dem rechten Kurs zu bleiben.

Aber im Lauf der Geschichte und bis heute haben sich unzählige kirchliche Leiter selber das Amt des „Piloten“ angemasst. Auch wenn sie sich offiziell „Stellvertreter Christi“ oder „Diener Gottes“ nennen, so haben sie doch durch ihre Taten und Entscheidungen gezeigt, dass sie sich selber am Ruder wähnen. Und so kam der Moment, wo sie begannen, die ihnen anvertrauten Organisationen in den geistlichen Sturzflug zu lenken – ob absichtlich oder in geistiger Umnachtung, bleibe dahingestellt.

Für die Evangelischen und Evangelikalen geht dieser Sturzflug offenbar – aus ihren Aktivitäten und Verlautbarungen der letzten Jahre zu schliessen – in Richtung Rom. Und zugleich – da das Wort Gottes zunehmend verharmlost, bezweifelt, oder überhaupt beiseitegeschoben wird – in Richtung einer erschreckenden moralischen Verderbtheit, die höchstens noch mit der römischen Hierarchie des Spätmittelalters vergleichbar ist. Hier in Perú zumindest – ich weiss nicht, wie es diesbezüglich in Europa steht – werden manche Gemeinden und Gemeindeverbände von Personen geleitet, die, wenn alles mit rechten Dingen zuginge, im Gefängnis sitzen müssten.

Hat nicht Jesus solche Dinge schon vorausgesagt? „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie räuberische Wölfe!“ (Matthäus 7,15). – Oder im Gleichnis von den guten und bösen Knechten:

„Wer ist also der treue und kluge Knecht, den sein Herr dazu über sein Gesinde gesetzt hat, ihnen die Speise zur rechten Zeit zu geben? Wohl jenem Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird! …“ (Ein guter, gottesfürchtiger Leiter ist ein solcher vom Herrn eingesetzter „Knecht“ oder „Copilot“.) „Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr bleibt noch aus, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und mit den Trunkenen isst und trinkt …“ (das böse Ende ist in Matthäus 24,45-51 nachzulesen.)

Jesus hat sogar vorausgesagt, dass diese „bösen Knechte“ der offiziellen Kirchen die echten Nachfolger Jesu verfolgen werden: „Sie werden euch aus der Synagoge ausschliessen; ja, die Stunde kommt, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott eine Opfergabe darzubringen.“ (Johannes 16,2)

Ja, in solchen Zeiten steht Jesus draussen vor der Tür und klopft an (Offenbarung 3,20), weil die „bösen Knechte“ ihn aus der Kirche ausgesperrt haben, wie jener Copilot den Piloten. Glauben Sie nur nicht, dass ein solcher Copilot den Piloten wieder hereinlassen wird! Er wird zwar viele schöne Worte machen; aber wenn er sich einmal vorgenommen hat, das Flugzeug auf Sturzflug zu schicken, dann wird er dieses Vorhaben verbohrt bis zum katastrophalen Ende führen.

Tatsächlich können aussergewöhnliche und rätselhafte Unglücksfälle wie dieser Flugzeugabsturz ein Anklopfen Gottes sein an die Tür einer Kirche oder Gesellschaft, die für andere Arten seines Redens bereits taub geworden ist. „Oder jene achtzehn, die der Turm von Siloah bei seinem Einsturz tötete, meint ihr, sie seien schuldiger gewesen als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auf dieselbe Weise umkommen.“ (Matthäus 13,4-5)

Die gute Nachricht ist, dass es (gegenwärtig noch) möglich ist, aus dem „Flugzeug Kirche“ auszusteigen. Wenn „böse Knechte“ an der Tür stehen, die verhindern wollen, dass Jesus hereinkommt und die Führung übernimmt, so können sie doch nicht verhindern, dass Sie und ich zu Jesus hinausgehen und uns aus eigenem Entschluss seiner Führung unterstellen. Aber es wird eine Zeit kommen, wo auch dieses Flugzeug abhebt zu seinem letzten Flug, der in den Untergang führt. Dann werden seine Passagiere nicht mehr aussteigen können. Nicht weil es nicht mehr möglich wäre; aber weil sie dann zu verblendet sein werden, um das überhaupt noch zu wünschen. Denn „Gott sendet ihnen eine wirksame Kraft der Verführung, damit sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit gehabt haben.“ (2.Thessalonicher 2,11-12)

In welchem Flugzeug sitzen Sie?

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