Möchtest du WIRKLICH Erweckung? (Teil 3)

Eine Erweckung bringt Verfolgung.

Viele Leiter und Anhänger vergangener Erweckungen mussten Verfolgung leiden. Manchmal kam die Verfolgung von seiten der Heiden, die sich dem Christentum widersetzten. Aber noch häufiger waren es gerade die Leiter der „christlichen“ Kirchen, welche die Erweckung verfolgten.

Von der Opposition der katholischen Kirche gegen Luther haben wir schon gesprochen. Nachdem er exkommuniziert worden war, wurde Luther auch noch vom Kaiser unter die Reichsacht gestellt. Das bedeutete praktisch sein Todesurteil, denn jeder, der ihn fand, konnte ihn straflos töten. Luther überlebte nur, weil der Kurfürst von Sachsen ihm wohlgesinnt war und ihn auf der Wartburg verborgen hielt. – Während die Reformation fortschritt, wurden Tausende von „Protestanten“ von der Inquisition und von katholischen Herrschern ermordet.

So unglaublich es erscheint, verfolgten doch die Leiter der Reformation ihrerseits die Täufer mit fast derselben Grausamkeit. Tausende von Täufern wurden in Flüssen und Seen ertränkt – eine grausame Art, sich über ihre Überzeugungen lustig zu machen, indem die Reformierten erklärten: „Da ihr euch gerne ein zweites Mal taufen lässt, taufen wir euch jetzt ein drittes Mal.“
Es ist gesagt worden: „Die Vertreter der Erweckung von gestern verfolgen die Erweckung von morgen“. Hier haben wir ein Beispiel dieser traurigen Wahrheit.

John Wesley schien an Verfolgung gewöhnt zu sein. Dies ist eine Zusammenfassung von Tagebucheinträgen Wesleys in der Anfangszeit der Erweckung:
„Sonntag, 5.Mai, morgens – Predigte in St.Anna; sie sagten mir, ich solle nie mehr zurückkommen.
Sonntag, 5.Mai, nachmittags – Predigte in St.John; die Diakone sagten: ‚Geh raus und bleibe draussen.‘
Sonntag, 12.Mai, morgens – Predigte in St.Judas; dahin darf ich auch nicht mehr zurückkehren.
Sonntag, 12.Mai, nachmittags – Predigte in St.George, auch da wurde ich hinausgeworfen.
Sonntag, 19.Mai, morgens – Predigte nochmals woanders; die Diakone beriefen eine ausserordentliche Sitzung ein und sagten, ich könne nicht mehr hierher zurückkommen.
Sonntag, 19.Mai, nachmittags – Predigte auf der Strasse; sie vertrieben mich von der Strasse.
Sonntag, 26.Mai, morgens – Predigte auf einer Wiese; ich musste fliehen, als jemand während des Gottesdienstes einen Stier auf mich losliess.
Sonntag, 2.Juni, morgens – Predigte am Eingang der Stadt; sie vertrieben mich von der Strasse.
Sonntag, 2.Juni, nachmittags – Zum Nachmittagsgottesdienst predigte ich draussen auf dem Feld; zehntausend Personen kamen.“

Eine andere Anekdote über Wesley:
Eines Tages war Wesley zu Pferd unterwegs, und plötzlich wurde ihm bewusst, dass drei ganze Tage ohne Verfolgung vergangen waren. Man hatte ihm nicht einmal einen Stein oder ein Ei nachgeworfen. Wesley hielt sein Pferd an und kniete nieder: „Könnte es sein, dass ich gesündigt habe oder zurückgefallen bin?“, fragte er, und bat Gott, ihm zu zeigen, ob er irgendwie fehlgegangen war. – Ein rauher Bursche, der auf der anderen Seite der Hecke vorüberging, hörte das Gebet, erkannte Wesley und dachte: „Ich werde diesem Prediger eine Lektion erteilen.“ Er ergriff einen Backstein und warf ihn nach Wesley. Der Backstein verfehlte sein Ziel knapp; aber Wesley erhob sich und rief aus: „Danke, Herr, alles ist gut! Ich bin noch in deiner Gegenwart.“

Eines der bekanntesten Werke der christlichen Literatur, und der Weltliteratur überhaupt, ist John Bunyans „Pilgerreise“. Dieses Buch wurde im Gefängnis von Bedford geschrieben. Was für ein Verbrechen hatte Bunyan begangen? – Er hatte ohne eine offizielle Erlaubnis der Kirche von England das Evangelium gepredigt. Dafür wurde er zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt.

Auch die Heilsarmee war in ihren Anfangsjahren oft das Ziel von Verfolgung. Andrew Strom fasst zusammen: „Während des Jahres 1882 wurden allein in England 669 Heilssoldaten körperlich angegriffen, und 56 Lokale der Heilsarmee ganz oder teilweise zerstört. Es formten sich ‚Skelett-Armeen‘ von Verbrechern und Schlägern, um die Heilsarmisten anzugreifen … Und erstaunlicherweise waren an vielen Orten die örtlichen Pastoren daran beteiligt, diese Mobs aufzureizen.“

Gegenwärtig findet eine der erstaunlichsten und am längsten dauernden Erweckungen in China statt. Aber China ist gleichzeitig eines der Länder mit der stärksten Christenverfolgung. Viele christliche Leiter sind im Gefängnis und werden gefoltert. Es gibt sehr wenig religiöse Freiheit.

Verwundern wir uns darüber nicht. Jesus selber wurde verfolgt, und nach nur drei Jahren öffentlichen Dienstes wurde er getötet. Die Wirkungszeit seines Wegbereiters, Johannes des Täufers, war noch kürzer. Und Jesus warnte seine Jünger zum voraus, sie sollten sich auf dasselbe Schicksal vorbereiten:
„Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Denn jeder, der sein Leben retten will, wird es verlieren; und jeder, der sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“ (Matthäus 16,24.25)
„Dann werden sie euch der Drangsal überliefern und euch töten, und ihr werdet von allen Völkern gehasst sein um meines Namens willen… Aber wer bis zum Ende ausharrt, wird gerettet werden.“ (Matthäus 24,9.13)
„Sie werden euch aus den Synagogen ausschliessen; und es wird sogar die Stunde kommen, wo jeder, der euch tötet, denken wird, er leiste Gott einen Dienst.“ (Johannes 16,2)
„Fürchte nichts, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet zehn Tage lang Drangsal haben. Sei treu bis zum Tod, und ich werde dir die Krone des Lebens geben.“ (Offenbarung 2,10)

Aus der Geschichte der alten Kirche weiss man, dass elf der zwölf Apostel den Märtyrertod starben. Johannes war der einzige, der eines natürlichen Todes starb; aber auch er erlitt die Verbannung nach Patmos. Paulus zählt folgende Gründe auf, sich zu rühmen:
„Sind sie Diener Christi? Ich spreche, als ob ich wahnsinnig wäre: Ich noch mehr. Unter viel mehr Mühen; unter unzähligen Schlägen; öfter in Gefängnissen; viele Male in Todesgefahr. Von den Juden erhielt ich fünfmal die vierzig Schläge weniger einen. Dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen; einmal gesteinigt; dreimal erlitt ich Schiffbruch; eine Nacht und einen Tag lang trieb ich als Schiffbrüchiger auf hoher See; …“ (2.Korinther 11,23-25)

Über diese Dinge kann ich nur mit Furcht und Zittern schreiben, weil ich von mir selber nicht weiss, wie ich solche Situationen überstehen würde. Ich glaube, es ist überhaupt nur durch die Gnade Gottes möglich, solche Verfolgung um Christi willen auszuhalten. Paulus schrieb an die Philipper: „Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden …“ (Philipper 1,29)
Es ist eine Gabe Gottes und ein besonderes Vorrecht, für den Glauben an Jesus zu leiden. Nachdem die Apostel geschlagen worden waren, „gingen sie von dem Rat fort, voll Freude, dass sie für würdig erachtet worden waren, um des Namens (Jesu) willen Schmach zu leiden.“ (Apostelgeschichte 5,14)

Bist du bereit, mit den Aposteln dieses Vorrecht zu teilen?

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