Weiteres über die erste Gemeinde in der Apostelgeschichte (Teil 1)

Die Urgemeinde breitet sich aus.

Die Gemeinde in Jerusalem begann auf einen Schlag mit den dreitausend Bekehrten von Pfingsten. Aber danach breitete sie sich kontinuierlich weiter aus. Von Anfang an „tat der Herr jeden Tag zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden“ (Apg.2,47). Die Heilung eines Gelähmten am Schönen Tor gab Petrus eine neue Gelegenheit, das Evangelium einer grossen Menschenmenge zu verkündigen (Apg.3), und in der Folge „wuchs die Anzahl der Männer auf etwa fünftausend“ (Apg.4,4). (Es kann auch übersetzt werden „um etwa fünftausend“; d.h. es ist nicht ganz klar, ob 5000 die Gesamtzahl oder die neu Hinzugekommenen bezeichnet.) – Danach ging das „normale“ Wachstum weiter, wo der Herr „jeden Tag hinzutat“.

Wir finden also zwei hauptsächliche „Methoden“ Gottes zur Ausbreitung der Gemeinde:
– Die öffentliche Verkündigung der Apostel (wo oft „Zeichen und Wunder“ bewirkten, dass sich grosse Menschenmengen ansammelten).
– Das Zeugnis der „gewöhnlichen Christen“ im täglichen Leben, durch ihr Verhalten und ihre Worte, das die Herzen der Menschen in ihrer Umgebung berührte, sodass jeden Tag neue Bekehrte „hinzugetan wurden“.

Angesichts der Tatsache, dass manche heutigen Kirchen allzu begeistert der Idee des „Gemeindewachstums“ nachfolgen, möchte ich klarstellen, dass „Gemeindewachstum“ kein direktes Gebot des Herrn ist. Sein Gebot lautet, „Jünger zu machen … indem ihr sie tauft … und sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28,19-20); sowie „das Evangelium zu verkünden“ (Markus 16,15) und „seine Zeugen zu sein“ (Apg. 1,8) – und auch das erst, „wenn der Heilige Geist über euch kommt“. Solange die Jünger diese Gebote befolgten (sowie ein dem Herrn hingegebenes Leben lebten), war das Wachstum der Gemeinde eine natürliche Konsequenz. Deshalb kümmerte sich die Urgemeinde nicht um „Gemeindewachstumsstrategien“. Sie tat einfach, was der Herr ihr aufgetragen hatte.

– In Apostelgeschichte 8 finden wir eine dritte „Methode“ zur Ausbreitung der Gemeinde; eine, die in modernen Kirchen selten erwähnt wird: die Verfolgung! „Und an jenem Tag kam eine grosse Verfolgung über die Gemeinde in Jerusalem, und alle wurden über die ganze Gegend von Judäa und Samarien zerstreut, ausser den Aposteln. (…) Die nun zerstreut worden waren, durchzogen die ganze Gegend und evangelisierten das Wort.“ (Apg. 8,1.4). Weit davon enfernt, die Gemeinde auszulöschen, trug jene Verfolgung gerade zu ihrem Wachstum bei.

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