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Wie die Gehirnwäsche im kommunistischen Deutschland funktioniert

4. August 2014

Leider etwas spät fand ich diesen offenen Brief von Dirk Wunderlich, dem Vater der deutschen Familie, der schon seit längerem die Ausreise nach Frankreich verweigert wird, und die ausserdem Opfer gewalttätiger Übergriffe von seiten deutscher Behörden geworden ist:

http://www.freiewelt.net/wie-laut-soll-ich-denn-noch-schreien-oder-die-schulpflicht-der-staat-und-der-tod-10036017/

Wunderlich analysiert darin eingehend, wie Deutschland 1968 eine (von der sogenannten „Frankfurter Schule“ initiierte) Kulturrevolution erlebte, und im Zuge der daraufhin einsetzenden allgemeinen Gehirnwäsche immer mehr zu einem Orwellschen Unrechtsstaat geworden ist. Es versteht sich von selbst, dass die Schulen ein entscheidendes Element dieser Gehirnwäsche sind, und dass von daher die Machthaber insbesondere die Schulpflicht mit brutaler und unverhältnismässiger Gewalt durchsetzen.

Dass die meisten Deutschen gar nicht bemerkt haben, dass diese Revolution stattgefunden hat, ist bei näherem Zusehen gar nicht so verwunderlich. Die Umstürzler haben aus den Erfahrungen des Sowjetkommunismus gelernt und wissen jetzt, dass es mehr Erfolg verspricht, ihre Revolutionen mittels allmählicher „Umerziehung“ des Volkes durchzuführen statt mit direkter Gewalt. „Der lange Marsch durch die Institutionen“ wurde diese verdeckte Operation von der „Frankfurter Schule“ genannt. Offenbar ist dieser lange Marsch jetzt an seinem Ziel angekommen, bevor es die meisten Deutschen überhaupt bemerkt haben.

Man vergleiche dazu den Fall Venezuela. Ausländische Beobachter erkannten ziemlich bald nach der Wahl von Hugo Chavez, dass er das Land allmählich in eine kommunistische Diktatur umgestaltete. Den Venezolanern selber ist das aber mehrheitlich erst in den letzten Jahren klargeworden, und einige haben es immer noch nicht bemerkt. (Als Chavez noch lebte, wurde er z.B. in mehreren evangelikalen Internet-Diskussionsforen als „Christ“ bezeichnet.) Wenn man selber das Ziel unterschwelliger Gehirnwäsche ist, dann bemerkt man das eben viel später als ein Aussenstehender – oder überhaupt nicht. Genau dasselbe geschieht anscheinend in Deutschland.

Es gab zwar einige wenige Warner (z.B. der dieses Jahr verstorbene Theologieprofessor Georg Huntemann), aber sie wurden anscheinend nicht ernst genommen. Man vergleiche auch den aufschlussreichen Artikel „60 Jahre DDR“.

Traurigerweise spürt man aus dem Brief der Wunderlichs auch die Verzweiflung einer Familie, deren psychische und physische Widerstandskraft durch den Staatsterror gezielt zerstört wurde. Und es gibt niemanden in Deutschland, der dagegen aufschreit?! Der Verdacht liegt nahe, dass die gegenwärtige Verfolgung christlicher Familien in Deutschland (schätzungsweise mindestens zwanzig Fälle in den letzten zehn Jahren) nur ein „Probelauf“ an einer gesellschaftlich isolierten Randgruppe ist (mehrheitlich „Homeschooler“), um zu erproben, wie weit man gehen kann, ohne dass die Allgemeinheit anfängt zu protestieren. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, immer weiter reichende Gruppen von Christen auf dieselbe Weise gesellschaftlich zu isolieren (indem sie z.B. von der Evangelischen Allianz und verwandten Organisationen als „Fundamentalisten“ u.ä. beschimpft werden), sodass man nach erfolgreichem „Probelauf“ zu einer allgemeinen Christenverfolgung übergehen kann. Ein vereinter Protest zumindest des „evangelikalen“ Sektors könnte diese Entwicklung eventuell noch aufhalten; aber anscheinend hat man daran kein Interesse. Bis jetzt ist mir im deutschsprachigen Raum keine einzige evangelikale Gemeinde oder Gemeindeverband bekannt, und auch kein übergemeindliches Werk, das sich für verfolgte Christen in Deutschland einsetzen würde. Sollte mein Verdacht zutreffen, so werden sich die evangelikalen Organisationen bald vor die Wahl gestellt sehen, sich entweder der Staatsideologie völlig zu unterwerfen (was sie ja ohnehin zunehmend schon tun), oder aber selber verfolgt zu werden.


Zusatz für jene Leser, die über den „Fall Wunderlich“ nicht informiert sind:
Die Familie Wunderlich lebte längere Zeit in Frankreich, musste aber 2012 arbeitshalber nach Deutschland zurückkehren. Doch schon bald nach ihrer Ankunft wurde ihnen das Sorgerecht für ihre vier Kinder entzogen, weil sie aus christlicher Verantwortung ihre Kinder selber erzogen und ausbildeten. Den Kindern wurden die Pässe weggenommen, um eine Rückkehr der Familie nach Frankreich zu verhindern. Im Jahre 2013 überfiel ein Aufgebot von 40 Polizisten das Heim der Wunderlichs und verschleppte die Kinder an einen unbekannten Ort. Nach einem längeren juristischen Seilziehen durften die Kinder zwar nach Hause zurückkehren, aber nur unter der Auflage, dass sie eine staatliche Schule besuchen würden; und der Familie wurde gerichtlich die definitive Wegnahme der Kinder angedroht für den Fall, dass sie Deutschland verlassen würden. Das Sorgerecht und die Pässe der Kinder haben sie bis jetzt nicht zurückerhalten. Diese Familie wird also nach bewährter DDR-Tradition in ihrem eigenen Land gefangengehalten, nur weil sie in ein Land ziehen möchten, wo sie ihre elterlichen Rechte frei ausüben dürfen. Für dieses Ansinnen wurden sie in Deutschland ihrer Elternrechte sowie ihres Menschenrechts auf Freizügigkeit beraubt, und sowohl Eltern wie Kinder stehen in Gefahr, der Freiheit überhaupt beraubt zu werden. So ist es um die „Rechststaatlichkeit“ im Deutschland des 21.Jahrhunderts bestellt.

Siehe dazu auch die Presseerklärung vom Dezember 2013.

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Schon wieder: Verfolgung von deutschen Homeschoolern

27. Oktober 2012

Die Menschenrechtsverletzungen in Deutschland gehen weiter. Mit einiger Verspätung erfuhr ich vom folgenden Fall:

„Wie jetzt bekannt geworden ist, hat das Familiengericht Darmstadt am 6. September 2012 Dirk W. und seiner Frau Petra die elterliche Sorge über ihre vier schulpflichtigen Kinder weitgehend entzogen. Damit gab es einem Antrag des Staatlichen Schulamtes statt, das um eine derartige gerichtliche Maßnahme gebeten hatte, da die Kinder nicht zur Schule gehen würden.“
(Quelle: http://derblauebrief.net/sorgerechtsentzug-ultima-ratio-des-unrechtstaats/)

Es handelt sich hierbei um eine christliche Familie, die aus christlicher Glaubensüberzeugung ihre Kinder selber erzieht, statt sie staatlichen Einrichtungen zu überlassen. Dass es sich bei solchen Massnahmen zur Durchsetzung des staatlichen Schulzwangs um grobe Menschenrechtsverletzungen handelt, ist u.a. von einem US-amerikanischen Gericht deutlich bestätigt worden, indem es einer deutschen Homeschooling-Familie politisches Asyl gewährte. (Siehe „Homeschooling ist ein Menschenrecht“.)

Besonders hässlich ist an diesem neuerlichen Fall, dass im selben Monat der Bundestagsabgeordnete Volker Kauder – der sich u.a. für verfolgte Christen einsetzt! – einem Homeschool-Aktivisten einen Brief schrieb, in welchem er erklärte, solche Fälle stellten keineswegs eine Verfolgung dar, denn die deutsche Schulpflicht (und deren unverhältnismässig gewaltsame Durchsetzung??) sei völlig verfassungsgemäss. Dieser „Christ“ fällt also in seinem eigenen Land verfolgten Christen in den Rücken!

Gerade Christen (insofern sie wirklich Christen sind) sollten eigentlich zumindest die folgenden einfachen Tatsachen verstanden haben:

– dass die Familie die von Gott eingesetzte Kerngemeinschaft des christlichen Lebens, der christlichen Gemeinde, und der Gesellschaft überhaupt darstellt, und deshalb Vorrang hat vor allen anderen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Institutionen (insbesondere vor dem Staat).

– dass von der Bibel her eindeutig die Eltern mit der Erziehung der Kinder beauftragt sind, nicht der Staat.

– dass die Schule die familienfeindlichste Institution ist, die es überhaupt gibt, und dass die gegenwärtige galoppierende Zerstörung der Familien parallel läuft zur zunehmenden schulischen Belastung und Inanspruchnahme der Kinder.

– dass die Staatsschulen gegenwärtig auch zu immer antichristlicheren Institutionen werden und deshalb keine geeigneten Aufenthaltsorte sind für Kinder aus christlichem Elternhaus.

Könnten wir uns z.B. angesichts von Epheser 6,1-4 den Apostel Paulus vorstellen, wie er die Familien seiner Gemeinden dazu anhalten würde, ihre Kinder an heidnische Schulen zu schicken, wo seine apostolischen Worte (z.B. zur Auferstehung Jesu, zur Sexualethik, oder zur Nichtigkeit griechischer Gelehrsamkeit) mit Füssen getreten werden? – Oder würde der Apostel Petrus den Besuch solcher Schulen empfehlen, nachdem er gesagt hatte: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg.5,29)?

Von daher finde ich es etwas vom Befremdlichsten an der deutschen Homeschooling-Situation, dass die christliche Gemeinschaft zu dieser Verfolgung mehrheitlich einfach schweigt, oder sie sogar ausdrücklich gutheisst. Merken die deutschen Christen denn gar nicht, dass sie damit fleissig an ihrer eigenen Abschaffung mitarbeiten? Wenn es denn überhaupt Christen sind – vielleicht liegt da der Hund begraben…


Im folgenden zitiere ich die ersten Seiten aus der fast hundertseitigen Stellungnahme der Familie W. an das Familiengericht Darmstadt. Die hier ausgesprochenen Grundsätze scheinen mir äusserst wichtig und lesenswert. Ein Staat, der die im folgenden ausgeführten Rechtsgrundsätze missachtet, arbeitet nicht nur auf die Abschaffung des Christentums hin, sondern auf seine eigene Abschaffung als Staat, Gesellschaft und Kultur überhaupt. (Siehe „Die weisen Lektionen der Geschichte für Erzieher“.)

„Die ganze Sache ist eigentlich eine sehr einfache Angelegenheit: Wir berufen uns nämlich in der Schulsache auf unser naturrechtlich verankertes ELTERNRECHT, dessen Ausübung auch das grundsätzliche Recht beinhaltet, unsere Kinder selbst zu unterrichten, wenn wir dies für gut und richtig ansehen. Auch wenn das NATURRECHT heutzutage geleugnet wird, um statt dessen Willkür-»Staatsrecht« erfinden1 (und an Stelle des NATURRECHTS setzen) zu können, so bleibt es dennoch bis zum Jüngsten Tag bestehen. Unser ELTERNRECHT entspringt höherer Instanz als positives (von unzulänglichen Menschen gesetztes) Recht und bricht somit letzteres. Punkt! Diese Begründung reicht völlig aus und leuchtet auch jedem einfachen (und juristisch nicht ausgebildeten) Menschen ein.

Kompliziert wird es erst dadurch, daß dieser einfache Sachverhalt gar nicht (mehr) bekannt ist und lediglich auf § 182 HSchG gebannt geschaut wird wie das Kaninchen auf die Schlange. Doch das HSchG ist drei Stufen unter dem ELTERNRECHT angesiedelt, weshalb dessen § 182 in unserem Fall gar nicht angewendet werden darf.

Das ELTERNRECHT ist ein Teil des NATURRECHTS
In den Anfangsjahren der Bundesrepublik bekannte sich das BVerfG (und deutlicher noch der BGH) zum NATURRECHT:

Das Bundesverfassungsgericht erkennt die Existenz überpositiven, auch den Verfassungsgesetzgeber bindenden Rechtes an und ist zuständig, das gesetzte Recht daran zu messen.2

Daß das ELTERNRECHT ein Teil des NATURRECHTS ist, gibt das BVerfG auch zu (auch wenn es diesen Bezug nicht direkt ausspricht), indem es dessen Besonderheit klarstellt:

1. Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG garantiert den Eltern das Recht auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Die Erziehung des Kindes ist damit primär in die Verantwortung der Eltern gelegt, wobei dieses „natürliche Recht“ den Eltern nicht vom Staate verliehen worden ist, sondern von diesem als vorgegebenes Recht anerkannt wird.3

Folgende »Besonderheiten« des ELTERNRECHTS lassen sich hier feststellen: Erstens, unser ELTERNRECHT wurde uns »nicht vom Staate verliehen«. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt. Wenn es aber »nicht vom Staate verliehen« wurde, wer gibt uns Eltern dann dieses Recht bzw. woher kommt es? Die Antworten darauf sind sehr einfach bzw. liegen auf der Hand, nur will sie heute niemand mehr hören: Das ELTERNRECHT ist natürlich von DEM »verliehen«, der auch den Menschen geschaffen hat, und es ist Bestandteil des NATURRECHTS (welches nicht nur »Menschenrechte«, sondern auch Pflichten gegenüber GOTT und seinem Nächsten enthält). Wer sollte es sonst »verliehen« haben bzw. wer käme sonst noch in Betracht? Es gibt – wie in allen grundsätzlichen Fragen – keine vernünftige Alternative zu einem personalen Schöpfer einschließlich der von IHM festgelegten Rahmenbedingungen (wie z. B. Naturgesetze, NATURRECHT). Es gibt nur wüste (und völlig unhaltbare) Spekulationen,die alle dem gleichen Motiv entspringen: die Gegenwart GOTTES zu verneinen/leugnen, um sich damit seiner geschöpflichen Verantwortung zu entziehen.

Zweitens, auch die Formulierung »vorgegebenes Recht« macht unmißverständlich deutlich, daß es sich bei dem ELTERNRECHT um ein Recht völlig anderer, nämlich höherer Qualität handelt. Was bedeutet »vorgegeben« anderes, als daß man eine höhere Rechtssphäre voraussetzt, aus der die unveränderliche Natur des RECHTS entspringt, und an der sich »das gesetzte Recht« – z. B. § 182 HSchG – »messen« lassen muß? Wo finden wir sonst noch »Vorgegebenes«? Wir finden z. B. Naturgesetze »vorgegeben«, d. h. wir finden diese vor und finden uns mit ihnen (mehr oder weniger) ab. Wir haben sie also nicht gemacht. Genauso verhält es sich mit dem NATURRECHT/ELTERNRECHT: Die Verfassungsväter haben es »als vorgegebenes Recht« vorgefunden, es brauchte deshalb nicht »gesetzt«, positiviert werden. Im Gegensatz zu den Naturgesetzen (denen man sich unmöglich entziehen kann) ist der deutsche Staat mit der Gegebenheit ELTERNRECHT leider viel weniger geneigt sich abzufinden und versucht – durch Leugnung des Tatbestands ELTERNRECHT = NATURRECHT einerseits und Erfindung von »Staatsrecht« andererseits – seinen unrechtmäßigen Schulzwang pseudo zu legitimieren.

Drittens, anscheinend war das BVerfG in seinem Urteil der Meinung, die zuvor beschriebene Gegebenheit des ELTERNRECHTS sei von den Verfassungsvätern »anerkannt« worden. Es stimmt natürlich, daß der einzig richtige Umgang mit solch einer Gegebenheit wie der des ELTERNRECHTS nur der des Anerkennens sein kann (und heute nach wie vor sein sollte). Doch einig waren sich die Verfassungsväter bzgl. des naturrechtlichen Wesens des ELTERNRECHTS nicht4, weshalb es eine »Anerkennung« (wie vom BVerfG unterstellt) leider so nicht gab, was auch an der unzureichenden Formulierung des Art. 6 GG zu ersehen ist.

Viertens, wenn das ELTERNRECHT »nicht vom Staate verliehen« wurde, dann kann der Staat es den Eltern auch nicht streitig machen! Dieser Punkt wird in den aktuellen Diskussionen völlig außer acht gelassen. Denn wenn das ELTERNRECHT solcher Art ist wie dargelegt, dann
ist es »unantastbar« und kann auch nicht eingeschränkt werden. Und: Es kann ebenfalls nicht dadurch eingeschränkt werden, indem es von irgendwelchen Verfassungsvätern nur unzureichend ausformuliert wurde. Das ist ebenfalls sehr wichtig zu beachten. Es gilt nicht das, was als Formulierung in Art. 6 GG zu finden ist (und etwa das nicht, was weggelassen wurde), auch gilt nicht das, was das BVerfG oder eine Mehrheit von Kommentatoren des GG aus Art. 6 herauszulesen meint, sondern es gilt das, was es tatsächlich beinhaltet. Was aber sollte es anderes beinhalten als das RECHT der Eltern, den Lebensentwurf, der ihnen als der beste erscheint (und die »Freiheit der Andersdenkenden« nicht beeinträchtigt) gemeinsam mit ihren Kindern umzusetzen? (Und welches »Recht« vermag dies einzuschränken?)“

1 Auf den Erfindungsreichtum bundesdeutscher Verfassungsrichter werden wir im weiteren Verlauf noch eingehen.
2 BVerfGE 1, 14 – 2 BvG 1/51 vom 23.10.1951, Leitsatz 27.
3 BVerfGE 59, 360 – 1 BvR 845/79 vom 9.2.1982, Abs. 85.
4 Näheres dazu auf S. 54.

(Die gesamte Stellungnahme kann hier eingesehen werden.)