Posts Tagged ‘Voice of the Martyrs’

(K)Eine Stellungnahme der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“

13. August 2014

Gleichzeitig zu meinem Artikel über den Skandal bei der amerikanischen „Voice of the Martyrs“ hatte ich die deutsche „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) um eine Stellungnahme angeschrieben. Ich hatte angeboten, eine allfällige Stellungnahme hier als Gegendarstellung zu veröffentlichen (originalgetreu natürlich), aber die HMK erklärte ausdrücklich, davon keinen Gebrauch machen zu wollen. Deshalb bin ich nun nicht frei, ihre ganze Antwort hier wiederzugeben, und muss mich mit einer kurzen Zusammenfassung begnügen und meine eigenen Schlussfolgerungen ziehen:

Die HMK zeigt sich bereit, weitestgehend auf die Forderung einzugehen, die Namen der Familie Wurmbrand nicht mehr zu verwenden und auch entsprechende Texte aus ihrer Website zu löschen. Allerding blieb unklar, wie weit genau, da es anderer Stelle hiess, dass der Name von Richard Wurmbrand im Impressum des Nachrichtenblattes stehen „muss“.

Des weiteren werden die Vorwürfe von Michael Wurmbrand pauschal bestritten, aber leider nicht konkret widerlegt. Der Rest der „Stellungnahme“ bestand weitgehend aus vagen Andeutungen, inneren Widersprüchen, und Gegen-Anschuldigungen gegen Michael Wurmbrand und mich. Insbesondere blieb unklar, ob die HMK die Anklagen gegen „Voice of the Martyrs“ (VOM) als berechtigt ansieht oder nicht.
Ausserdem enthielt die Antwort der HMK eine direkte Falschaussage: Ich hätte mich nur auf einen einzigen Zeugen abgestützt. Dagegen hatte ich ja sogar aus dem Artikel von „Lighthouse Trails“ gerade den Abschnitt zitiert, wonach diese Organisation eigenständige Abklärungen vorgenommen hat, welche die Aussagen Michael Wurmbrands bestätigten. Einige Fakten sind zudem öffentlich im Internet einsehbar. So z.B. das überdimensionierte Hauptgebäude der VOM, und die enge Verbindung zwischen VOM und HMK. Oder der Umstand, dass der Polizeichef von Bartlesville, dem die Untersuchung gegen Tom White anvertraut war, zugleich im Vorstand von VOM sitzt; und dass White von der Untersuchung zu einem Zeitpunkt erfuhr, als er noch gar nichts davon hätte wissen können, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.

Auf meine erneute Bitte, die bestehenden Unklarheiten und Widersprüche klarzustellen, erhielt ich vom Leiter der HMK eine Mail mit dem folgenden Titel:

Wahrlich eine merkwürdige Antwort auf die Bitte um Stellungnahme zu einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse! Gerade falls wirklich – wie die HMK andeutet – Zweifel an der Wahrheit der Aussagen von Michael Wurmbrand bestehen sollten, dann hätten doch HMK und VOM selber das grösste Interesse daran, die Dinge öffentlich klarzustellen sowie von einer unabhängigen Kommission untersuchen zu lassen!
Mit ihren Nicht-Stellungnahmen hat nun aber die HMK bestätigt, dass sie genau das tut, was ihr Michael Wurmbrand vorwirft: Sie solidarisiert sich mit der VOM in deren Bemühen, ein Offenlegen der Tatsachen zu verhindern. Das ist vielleicht auf den ersten Blick nichts Gravierendes; aber es trägt dazu bei, diese „Kultur der Heimlichtuerei“ zu verbreiten, innerhalb welcher dann eben gravierende Handlungen begangen werden können, wie es bei der VOM geschehen ist. Es scheint der HMK nicht klar zu sein, dass ihr undurchsichtiges Verhalten in keiner Weise dazu geeignet ist, den bestehenden Verdacht auf Unaufrichtigkeit zu zerstreuen.

„Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.“ (Johannes 3,19-20)

In meiner zweiten Bitte um Stellungnahme hatte ich u.a. geschrieben:

„Sie sorgen sich um den guten Ruf der HMK? – Ich auch! Aber wenn Sünde in einer Organisation ist, dann sind diejenigen für den Schaden verantwortlich, die gesündigt haben, sowie diejenigen, welche beim Vertuschen der Sünde mitwirken (und das ist der Punkt, der Sie betrifft). Nicht diejenigen, welche die Sünde aufdecken – obwohl es leider eine gängige Praxis ist, dann diese „Whistleblower“ als Sündenböcke hinzustellen.

Sie sorgen sich, dass eventuelle Spendenrückgänge den Bedrängten schaden könnten? – Ich auch! Aber meine erste Sorge hierbei ist, wie vielen Bedrängten schon bisher nicht geholfen wurde, weil die VOM über 28 Millionen Dollar in ihren Luxusbau gesteckt hat statt in Hilfsprojekte. Ehrlichkeit und Integrität in dieser Angelegenheit würde allfällige Spendenrückgänge mehr als wettmachen. Nicht zu reden davon, dass eine offene und transparente Aufarbeitung dieser Dinge das geeignetste Mittel wäre, das Vertrauen der Spender wiederherzustellen.“

Ich muss leider annehmen, dass wir hier ein weiteres trauriges Beispiel dafür haben, wie eine ehemals christliche Institution zu ihrem eigenen Götzen geworden ist, dem man die Wahrheit und die Integrität opfert, und dem man (im Falle von VOM) ein 28 Millionen Dollar teures Denkmal setzt. Wie ich an anderer Stelle schon einmal ausgeführt habe, neigen Institutionen (auch christliche) dazu, ein Eigenleben zu entwickeln, das die einzelnen Mitglieder und Mitarbeiter immer mehr entpersönlicht, sodass die Loyalität zu den unpersönlichen „Interessen der Institution“ allmählich die Loyalität zu Gott und die aufrichtigen mitmenschlichen Beziehungen verdrängt. Diese „Interessen der Institution“ verlangen z.B, dass Leiter, die Sünden begehen, von den anderen Leitern gedeckt werden, und dass alle, die darum wissen, den Mund halten. Und im Falle einer christlichen Institution handeln diese Mitläufer oft sogar im Glauben, ein solches Verhalten sei „christlich“.

Während Menschen von ausserhalb der Institution meistens relativ leicht das Unrechte daran erkennen können, sind die Menschen innerhalb nur selten dazu imstande. Das Trugbild der „institutionellen Interessen“ (die ja offiziell mit einem edlen Auftrag verknüpft sind) bewirkt anscheinend eine derartige Verblendung, dass diese Menschen, die beim Verbergen der Sünden ihrer Mit-Leiter mitwirken, bis zum bitteren Ende daran festhalten, sie hätten keinerlei Unrecht begangen. Schuldig seien nur jene, die die Dinge ans Licht brachten, weil sie „der Institution Schaden zugefügt hätten“. Ich habe dieses Muster schon so oft in verschiedensten Organisationen beobachtet, dass ich es beinahe als ein Naturgesetz bezeichnen würde. (Mit einer Google-Suche zum Thema „Geistlicher Missbrauch“ kann man weitere Beispiele aus „christlichen“ Kreisen finden.)


Zusatzbemerkung:

Offen ist für mich die Frage, ob ein Hilfswerk, das sich in einer solchen Situation befindet, weiterhin finanziell unterstützt werden sollte wegen des vielen Guten, das es ja auch tut. Hier in Perú gibt es eine ziemlich weit verbreitete Ansicht, wonach von gewissen Politikern gesagt wird: „Er ist zwar korrupt und unterschlägt Gelder; aber er tut so vieles für den Fortschritt unserer Stadt/Provinz, dass wir trotzdem ihn unterstützen und wählen.“ D.h. man zieht einen „erfolgreichen“ und „wohltätigen“, aber korrupten Politiker einem ehrlichen vor, der (vielleicht gerade wegen seiner Ehrlichkeit!) weniger sichtbaren „Fortschritt“ zuwege bringt. Aber natürlich muss dagegen eingewandt werden, dass eine solche Haltung ja die Korruption ganz allgemein fördert.
Ich werde mich jedenfalls hüten, irgendein anderes Werk als Alternative zur HMK zu empfehlen. Vielleicht sollten wir dazu übergehen, nur noch Personen zu unterstützen, die wir persönlich kennen? Bei VOM-HMK ist es zu einem Skandal gekommen, weil ein einigermassen bekannter Christ seine Stimme erhoben hat. Aber wer weiss, in wie vielen anderen Institutionen ähnliches vorgeht, und man weiss es nur nicht, weil niemand den Mut hat, dagegen aufzustehen?

Advertisements

Michael Wurmbrand distanziert sich von der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“

29. Juli 2014

Michael Wurmbrand, Sohn von Richard Wurmbrand, ersucht die HMK dringend, den Namen seiner Familie nicht mehr zu verwenden.


Tom White, langjähriger Leiter von „Voice of the Martyrs“ (VOM), dem amerikanischen Zweig der von Richard Wurmbrand gegründeten HMK, beging vor zwei Jahren Selbstmord, kurz nachdem eine polizeiliche Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden war wegen Kindsmissbrauchs. Daraufhin wurde die Untersuchung eingestellt.

Michael Wurmbrand, der Sohn von Richard Wurmbrand und Mitarbeiter von VOM, forderte in der Folge die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission, die diese Vorgänge aufklären würde. Die einzige Antwort, die er darauf erhielt, war ein knapp gefasstes Entlassungsschreiben! Somit sah er sich gezwungen, an die Öffentlichkeit zu treten. In einem offenen Brief deckte er zugleich weitere unsaubere Vorgänge bei VOM auf, u.a. Betrügereien und massive Zweckentfremdung von Spendengeldern. (Die englische Originalfassung dieses Briefs ist u.a. hier zu finden: http://www.lighthousetrailsresearch.com/blog/?p=14889) Deshalb ersucht Michael Wurmbrand VOM und HMK dringend, seinen Namen und Person, sowie die Namen und Personen seiner Eltern Richard und Sabine Wurmbrand nicht mehr zu verwenden. Er bittet auch, diese Werke nicht mehr zu unterstützen, solange deren Leiter nicht bereit sind, die Unregelmässigkeiten in ihrer Mitte aufzuklären.

In einer zusätzlichen, auf Deutsch abgefassten Stellungnahme erklärt Michael Wurmbrand ausdrücklich, dass dies auch für die deutsche HMK gilt. Ich gebe diese Stellungnahme im originalen Wortlaut wieder:

„Michael Wurmbrand Postfach 36, 37285 Wehretal Email: wurmbrandmichael@yahoo.com

Von Mihai Wurmbrand, dem Sohn des verstorbenen Pastors Richard Wurmbrand, dem Autor des Buches „Gefoltert für Christus“.

Liebe Schwestern und Brüder:

Mein Vater verbrachte 14 Jahre um seines Glaubens Willen in kommunistischer Haft. Dieser Brief ist ein alarmierender Bericht über den starken Verdacht von Kindesmissbrauch, einem daraus resultierenden Selbstmord und die Abzweigung von Missionsspenden in Höhe von Zehntausenden von Dollars – das alles geschah innerhalb einer amerikanischen christlichen Mission namens „Voice Of Martyrs“ – ‚Stimme der Märtyrer‘ = VOM. VOM ist die Schwestermission der deutschen „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK), und Sie unterstützen VOM deshalb indirekt mit Ihren Gaben.

Die HMK in Deutschland hat mein Vater, Pastor Richard Wurmbrand, ins Leben gerufen. Als Sohn von R.W. ersuchte ich die Leitung der HMK um Hilfe, diesen unchristlichen Aktivitäten einen Riegel vorzuschieben oder aber unseren Familiennamen nicht mehr für ihre Spendenwerbung zu gebrauchen.

Die HMK ist Mitglied eines internationalen Verbandes von Missionen, genannt „Internationaler Christlicher Missionsverband“ (ICA). So steht es im monatlichen Rundbrief der HMK.

Die HMK arbeitet eng zusammen mit der amerikanischen VOM, indem z.B. Photos und Artikel aussgetauscht werden.

Die HMK erhebt Anspruch auf die Arbeit und die Leistungen aller anderen Missionen, um Spenden zu bekommen.

Da die HMK ein Mitglied von ICA ist, erscheint das Gütesiegel jeden Monat auf dem VOM-Rundbrief.

Jahr für Jahr reisten die Leiter der HMK zu den internationalen Konferenzen, wo alle Missionen der ICA in Arbeitsgruppen in enger Zusammenarbeit mit VOM verflochten sind. Durch diese Zusammenarbeit mit VOM auf internationaler Ebene gibt die HMK der VOM ihr Vertrauen bezüglich der Verwendung der Spenden und ermöglicht somit VOM, diese Gelder missbräuchlich einzusetzen.

Ein Großteil dieser Missionsspenden stammt von wohlmeinenden Christen wie Sie selbst und kam durch Verwendung der Person meines Vaters Richard Wurmbrand zusammen. Das heißt Monat für Monat und Jahr für Jahr bestand eine enge Zusammenarbeit zwischen der HMK und VOM.

Als die Leitung der HMK in Erwägung zog, meinen Namen Michael Wurmbrand und meine Lebensgeschichte zur Spendenwerbung einzusetzen, und das geschah erst im vergangenen Jahr, da luden sie mich offiziell ein, Mitglied im HMK-Ausschuss zu werden. Auch bat mich die HMK, schriftstellerisch für sie tätig zu werden.

Als ich sie nun ersuchte um christlichen Widerstand gegen das Böse in ihrer Mitte, blieben die allermeisten meiner Briefe an die HMK ganz einfach unbeantwortet. Ich beharrte jedoch auf meiner Anfrage und wurde daraufhin ganz offen um Stillschweigen gebeten. Wie Kain in der Bibel antworteten sie: „sollte ich meines Bruders Hüter sein?“ Ihr Bestreben war, den Spendenfluss nicht zu stören. Trotz all meinen Bemühungen erreichte ich nicht ein einziges Schreiben, das die unchristlichen Vorgänge bei VOM verurteilt hätte.

Ganz unvermittelt behaupteten die HMK-Leiter mir gegenüber, es bestünde kaum eine Verbindung zur amerikanischen Mission, also zu VOM, und sie würden fast niemanden bei VOM persönlich kennen – das sind, so leid es mir tut derartige Worte zu gebrauchen, verzweifelte Verdrehungen der Tatsachen, um nur ja nicht die Wahrheit offenbar werden zu lassen! Ich habe bei der Missionsgründung der HMK persönlich mitgewirkt, ich stand jahrelang in Zusammenarbeit mit der HMK, ich kenne einige Vorstand Mitglieder persönlich, ich kenne diese Missionsarbeit sehr genau, ich weiß „who is who“ (‚wer ist wer‘) und „what is what“ (‚was ist was‘). Wie sollte man mich da irreführen können?

Dies ist ein internationaler Skandal, der beigefügte Brief zeigt dies im Detail. Die christliche Lebensvision meiner Eltern ist missbraucht worden. Ich bitte Sie, stehen Sie auf als gläubiger Christ, für sich selbst, für Ihre Familie, für die Wahrheit. Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Übels. Ein Weg das Böse zu stoppen heißt: aufhören, es zu finanzieren Das heißt, wenn die Leidens-Familien-Geschichte der Wurmbrands Sie inspiriert hat, Spenden an HMK zu geben, so bitte ich als einziger Sohn von Richard und Sabine Wurmbrand, in bescheidener Weise, diese Organisationen nun nicht mehr zu unterstützen. Die christliche Lebensaufgabe und Zukunftsvision meiner Eltern ist missbraucht worden.

Gottes Segen, Michael Wurmbrand“

(Es folgt die deutsche Fassung des obenerwähnten Briefes betr. die amerikanische VOM. Einzusehen bei http://wurmbrandmichael.com/GERMAN.)

Falls nun jemand unterstellen wollte, diese Briefe von Michael Wurmbrand könnten auch gefälscht sein, so muss ich dazu sagen, dass die Organisation „Lighthouse Trails“ sorgfältige Abklärungen unternommen hat, bevor sie den Brief über VOM im Internet veröffentlichten. Hier eine Übersetzung des betreffenden Abschnitts auf dem Blog von „Lighthouse Trails“:

„Am 14.März erhielt ‚Lighthouse Trails‘ eine e-Mail von Michael Wurmbrand, dem Sohn des verstorbenen Richard Wurmbrand, dem Gründer von ‚Voice of the Martyrs‘. Um die Echtheit des erhaltenen Briefs zu prüfen, kontaktierten wir zuerst VOM. Ein Mann, der das Telefon beantwortete und sich unsere Frage anhörte, verband uns daraufhin mit einem automatischen Anrufbeantworter. Wir hinterliessen dort unsere Anfrage, erhielten aber bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels keinen Rückruf. Dann suchten wir im Internet und fanden eine Telefonnummer für Michael Wurmbrand. Wir riefen an und hatten ein zehnminütiges Gespräch mit ihm. Seither hatten wir mit ihm auch e-Mail-Korrespondenz. Nach unserem Telefongespräch mit ihm waren wir überzeugt, dass sein untenstehender Brief in der Tat von Richard Wurmbrands Sohn stammt. Wir waren auch in der Lage, viele der untenstehenden Aussagen zu verifizieren. Wir glauben auch, dass Michael diese Aussagen nicht etwa aus rachsüchtigen Motiven macht.“

Da ich bis jetzt in keinem deutschsprachigen Internet-Medium den obigen Brief von Michael Wurmbrand finden konnte, noch auch nur einen Kommentar darüber, fühle ich mich moralisch verpflichtet, ihm wenigstens auf diesem Blog eine Stimme zu verleihen. Nicht weil ich etwas gegen die HMK an sich oder deren Leiter hätte. Aber es bringt Schande über den Namen Christi, wenn eine Organisation, die vorgibt, verfolgten Christen zu helfen, in Wirklichkeit sich selber dient und sich weigert, dunkle Vorgänge in ihrer Mitte aufklären zu lassen.

Das Schlimmste daran ist nicht einmal die begangene Sünde. Wir wissen, dass auch Christen sündigen können; und so wie ich die Bibel verstehe, kann ein Christ auch nach einem groben Fehltritt geistlich wiederhergestellt werden, wenn er aufrichtig umkehrt. Schlimm ist dagegen, wenn er an der Sünde festhält und sogar andere dahingehend manipuliert, damit die Sünde nicht aufgedeckt wird. (Über die zugrundeliegenden Mechanismen siehe „Freikirchen als Biotop für Verbrecher?“) Dann müssen wir mit der unheimlichen Möglichkeit rechnen, dass es sich hier um den Fall von Hebräer 10,26-27 handelt: „Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt kein Opfer für die Sünden mehr übrig, sondern eine schreckliche Erwartung des Gerichts …“

In früheren Zeiten war es eine Stärke der HMK gewesen, Unrecht zu bekämpfen, indem es aufgedeckt und bekanntgemacht wurde. Davon ist man nun offenbar abgewichen – besonders wenn es um das eigene Land oder die eigene Organisation geht. So leid es mir tut das zu sagen, aber damit hat die HMK das geistliche Erbe des Gründers verlassen. Ich wünsche sehr, dass die verantwortlichen Leiter zur Umkehr kommen.


Nachtrag vom 13. August:

Aus Rücksicht auf die Gefühle der HMK-Mitarbeiter habe ich einige allzu starke Formulierungen meines ursprünglichen Artikels gelöscht oder abgeschwächt, insbesondere den Titel. Was aber den Inhalt betrifft, so hat mir die HMK leider keinen Grund geliefert, an den Aussagen von Michael Wurmbrand zu zweifeln – im Gegenteil. Siehe „(K)Eine Stellungnahme der HMK“.